Bregenzer Theater Kosmos feiert 20 Jahre Theater in der Vorstadt

11. Jänner 2017, 16:37
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Gefeiert wird mit zwei Uraufführungen und Vorstadtspielen

Bregenz – Das Bregenzer Theater Kosmos blickt 2017 auf zwei Jahrzehnte zurück. Die Bilanz der Theatermacher Hubert Dragaschnig und Augustin Jagg: 100 Produktionen, darunter 40 Ur- und 36 österreichische Erstaufführungen, 2.000 Veranstaltungen und 200.000 Besucherinnen und Besucher. Begonnen hat die Geschichte des Theaters auf der Hinterbühne des Festspielhauses, dann zog es in die Shedhalle des Schöllerareals. Den Standort im Vorkloster, der Bregenzer Vorstadt, würdigt man heuer zum zweiten Mal mit Vorstadtspielen – zwei Wochen voller Theater, Musik, Lesungen.

Vier Stücke pro Jahr

Das Theater Kosmos bringt jedes Jahr vier Stücke auf die Bühne, dazu kommen Gastspiele im Rahmen der Theaterallianz, das Kosmodrom, die Startrampe für junge Talente aus Literatur und darstellender Kunst und zahlreiche Rahmenveranstaltungen zur Thematik des jeweiligen Stückes passend.

Wie jede kleine Bühne hatte auch das Kosmos über die Jahre immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Im Jahr 20 seines Bestehens ist das Budget von rund 500.000 Euro gesichert, sagt Hubert Dragaschnig. Den Großteil der Subventionen kommt mit 277.300 Euro vom Land, die Stadt steuert 122.000 Euro bei, der Bund über die Theaterallianz 120.000 Euro. Sichtlich verbessert hat sich seit dem personellen Umbau im Bregenzer Kulturreferat das Verhältnis zur Stadt: Man spricht wieder miteinander, die diesjährigen Vorstadtspiele will man gemeinsam durchführen. Auf die vorbereitenden Gespräche freue man sich, sagt Dragaschnig.

Über die Kommageneration

Auf dem Spielplan des Jubiläumsjahres stehen mit "Der Frauentourist" von Monika Helfer und "Die Ermordung Bruno Kreiskys" von Wolfgang Mörth zwei Uraufführungen. Beide Stücke handeln von Protagonistinnen und Protagonisten Mitte 50. Nicht von ungefähr, wie Jagg und Dragaschnig, beide Mittfünfziger, meinen. Schließlich habe diese Generation die letzten Jahrzehnte geprägt. Dragaschnig spricht von der "Kommageneration", einer, die dazwischen (zwischen Stühlen und was auch immer) stehe.

Im Herbst wird man "Trilliarden – Die Angst vor dem Verlorengehen" von Ingrid Lausund aufführen und als deutsche Erstaufführung "Tod eines Komikers" von Owen McCafferty.

Rebellen und andere Männer

Von 18. bis 21. Jänner ist im Theater Kosmos das Schauspielhaus Wien mit "Kudlich – eine anachronistische Puppenschlacht" zu Gast. Thomas Köck gewann mit diesem Stück den AutorInnen-Wettbewerb der Theaterallianz anlässlich 200 Jahre Wiener Kongress. "Ein wunderbar aktuelles politisches Statement" nennt Dragaschnig das Stück um den Politiker und Bauernbefreier Hans Kudlich.

Aktuell (12., 13., 14. Jänner) steht wiederum Wolfgang Mörths "Urologie" auf dem Programm. Der Vorarlberger Autor hat dem Theater mit der tiefsinnigen Komödie um Männerleiden einen Publikumsrenner beschert. 28 ausverkaufte Ausstellungen sind für Mörth, der mit der "Ermordung Bruno Kreiskys" für das Kosmos wieder eine Komödie schreibt, eine hohe Latte.

Einen Rückblick auf 20 Jahre Theater Kosmos bietet die Ausstellung im Theaterfoyer. Zu sehen sind Edgar Leissings Plakate, jedes für sich ein Kunstwerk. (Jutta Berger, 11.1.2017)

  • Theatermacher Hubert Dragaschnig (links) und Augustin Jagg bilanzieren vor Werken von Edgar Leissing 20 Jahre Theater Kosmos.
    foto: berger

    Theatermacher Hubert Dragaschnig (links) und Augustin Jagg bilanzieren vor Werken von Edgar Leissing 20 Jahre Theater Kosmos.

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