Ostukraine: Erster Toter nach Kämpfen im Jahr 2017

11. Jänner 2017, 14:59
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Trotz Waffenruhe – Gefechte bei Donezk, Switlodarsk und Awdijiwka – OSZE-Diplomaten beklagen Behinderungen durch Separatisten

Kiew – Trotz vereinbarter Waffenruhe ist in der Ostukraine ein Regierungssoldat getötet worden. Er sei der erste Tote in dem Konfliktgebiet heuer, sagte Armeesprecher Alexander Motusjanik am Mittwoch in Kiew. Drei weitere Militärangehörige wurden verletzt. Schwerpunkte der Kämpfe mit den Separatisten waren der Norden der Rebellenhochburg Donezk sowie Frontabschnitte bei Switlodarsk und Awdijiwka.

2016 scheiterten mehrere Versuche, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen. Die Umsetzung eines mit internationalen Vermittlern abgestimmten Friedensplans stockt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums starben im vergangenen Jahr 211 Soldaten bei Kampfhandlungen, rund 1200 wurden verletzt. Gleichzeitig kam in der ukrainischen Armee eine erschreckend hohe Zahl von Militärangehörigen ums Leben, 256 Soldaten starben außerhalb von Kampfeinsätzen.

Ukraine Schwerpunkt für Kurz

Der neue OSZE-Vorsitzende Sebastian Kurz (ÖVP) stellt sich am Donnerstag (10.00 Uhr) erstmals den Vertretern der 57 Staaten der europäischen Sicherheitsorganisation. Kurz will in einer Rede vor dem Ständigen Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa die Prioritäten des österreichischen Vorsitzes 2017 darlegen, danach ist eine Pressekonferenz geplant.

Kurz hatte in der Vorwoche als erster OSZE-Vorsitzender überhaupt die Konfliktlinie in der Ostukraine besucht und dafür großes Lob aus Kiew bekommen. In dem Konflikt möchte er auf Russland zugehen und hat eine schrittweise Lockerung der Sanktionen ins Spiel gebracht. Die Entschärfung bestehender Konflikte, die Wiederherstellung von Vertrauen und der gemeinsame Kampf gegen Extremismus und Radikalisierung sind die Prioritäten des OSZE-Vorsitzes, der im Dezember in einem Außenministertreffen in Wien gipfeln wird. Schon im Juli soll es ein informelles Ministertreffen in Österreich geben. (APA, 12.1.2017)

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