Bundesheer nahm neue Organisationsstruktur ein

11. Jänner 2017, 14:54
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Altes Streitkräfteführungskommando in Graz aufgelöst, Kommanden Land- bzw. Luftstreitkräfte gebildet

Graz/Wien – Das Bundesheer hat zwar schon seit 1. Jänner die neue Organisationsstruktur eingenommen, mit einem Festakt in Graz am Mittwoch wurde sie nun offiziell. Das alte Streitkräfteführungskommando wurde in ein Kommando Land- bzw. Luftstreitkräfte in Graz bzw. Salzburg übergeführt. Minister Hans-Peter Doskozil (SPÖ) sagte, es sei gelungen, das Heer im vergangenen Jahr auf den Reformweg zu bringen.

Doskozil betonte bei dem Festakt bei klirrender Kälte in der Belgierkaserne, die verfassungsmäßige Hauptaufgabe sei die Landesverteidigung, aber es werde vom Heer auch erwartet, sich den sicherheitspolitischen Herausforderungen zu stellen. Diese Herausforderungen seien bedingt durch Terrorismus, Migration und die Entwicklungen im Cyber-Bereich. Es gehe um die Frage, welche Rolle das Heer in der Sicherheitsstruktur spielen solle. "Deshalb war eine Neupositionierung wichtig, und wir müssen uns stetig hinterfragen", so der Minister. Doskozil dankte ausdrücklich den Soldaten und zivilen Mitarbeitern: "Ideen und Vorstellungen reichen nicht, alle müssen an einem Strang ziehen".

Der alte Chef des Streitkräfteführungskommandos, Generalleutnant Franz Reißner, ist nun an der Spitze des Kommandos Landstreitkräfte mit einer Kopfstärke von rund 310 Personen. Das organisatorische Grundgerüst sei den aktuellen Bedrohungen angepasst, so Reißner. So werde etwa das Kommando Gebirgskampf nicht nur für Österreich eine Schüsselrolle spielen, sondern auch für die Europäische Union und andere Partner. Beim Festakt waren übrigens Vertreter von EU-Partnern anwesend. Neben dem ständigen Verbindungsoffizier der deutschen Bundeswehr, mit der die meisten gemeinsamen Aktivitäten stattfinden, war auch der Generalstabschef der lettischen Armee, Generalleutnant Raimonds Graube präsent.

Bisheriges Streitkräfteführungskommando aufgelöst

Das Kommando Landstreitkräfte in Graz führt die Militärkommanden in den Bundesländern, die Heerestruppenschule und vier Brigaden. Das Kommando Luftstreitkräfte ist beheimatet in Salzburg. Das bisherige Streitkräfteführungskommando wird aufgelöst. Aus der alten Struktur bleibt für beide Kommandos lediglich die Abteilung Personalwesen mit einem Teil Graz und einem in Salzburg-Wals übrig. Das "Kommando Schnelle Einsätze", die bisherige 3. Panzergrenadierbrigade im niederösterreichischen Mautern) ist rasch verfügbar für Einsätze im In- und Ausland und spezialisiert auf den Einsatz im urbanen Gelände, etwa in Terror-Situationen. In der "Schweren Brigade" (4. Panzergrenadierbrigade im oberösterreichischen Hörsching) sind alle mechanisierten Kräfte des Heers zusammengefasst. Sie ist vorgesehen für sogenannte robuste Einsätze.

Dann gibt es noch die "Leichte Brigade" (7. Jägerbrigade) in Klagenfurt und das "Kommando Gebirgskampf" (ehemalige 6. Jägerbrigade) in Absam in Tirol. Die Kaderpräsenzeinheiten sollen schrittweise bis 2020 auf 6.000 aufgestockt werden. Das Kommando Luftstreitkräfte hat laut seinem Chef, Brigadier Karl Gruber, die Verantwortlichkeit für rund 3.500 Angehörige, rund 120 Luftfahrzeuge, fünf Flugplätze und das Luftraumbeobachtungssystem. Weiters ressortieren hier die Flieger-und die Fliegerabwehr-Truppenschule. (APA, 11.1.2017)

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