Forscher vergleichen Nashornkot mit Facebook

11. Jänner 2017, 13:43
15 Postings

Soziales Netzwerk der duftstarken Art: Wie Nashörner ihren Beziehungsstatus mitteilen

Paris – Nashörner kommunizieren ihren Artgenossen Informationen wie Geschlecht, Alter und Paarungsbereitschaft über den Dung. Wie viele andere Säugetiere nutzen sie dabei gerne einen gemeinsamen Ort, um ihre Haufen zu setzen.

Die Verständigung über den Tierkot gleiche damit dem Nutzen sozialer Netzwerke wie Facebook, beschreiben drei Forscher aus Südafrika und Deutschland das Verhalten in einer Studie, die in der britischen Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" erschienen ist. Wie Nutzer sozialer Netzwerke suchen die Tiere solche Orte auf, um die "Veröffentlichungen" Anderer zu "lesen" und um selber eine Botschaft zu hinterlassen.

Überprüfung im Experiment

Die Südafrikaner Courtney Marneweck und Adrian M. Shrader und der deutsche Biologe Andreas Jürgens isolierten die Luft um Dunghaufen von frei lebenden Breitmaulnashörnern im Hluhluwe-Nationalpark in KwaZulu-Natal und analysierte den Geruch im Labor. Anschließend erzeugten sie die Duftstoffe von Männchen und Weibchen künstlich und verteilten Proben im Park.

Wie erwartet reagierten die Bullen, die in der Regel allein leben, je nach Duftnote verschieden. Wenn sie einen anderen Bullen witterten, kamen sie immer wieder zu dem Dunghaufen zurück, um zu kontrollieren, ob sich der potenzielle Rivale und Eindringling noch in der Nähe aufhielt. Während der Status-Überprüfung nahmen sie manchmal eine eindeutig wachsame Haltung ein.

Wenn die männlichen Nashörner dagegen den Geruch eines Weibchens erkannten, schnüffelten sie deutlich länger an den Duftproben, um eine mögliche Paarungsbereitschaft zu erkennen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass im Geruch von Dung "Schlüsselinformationen" übermittelt würden, schrieben die drei Wissenschafter. (APA, red, 11. 1. 2017)

Share if you care.