Cyberspionage in Italien: Polizeichef versetzt Ermittler

11. Jänner 2017, 13:10
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Wegen Mangel an Kommunikation in Zusammenhang mit der Spionageaffäre

Rom – Nach der Aufdeckung eines Falls von Cyberspionage, der Ex-Premier Matteo Renzi und Mario Monti sowie EZB-Chef Mario Draghi zum Opfer gefallen sind, hat Italiens Polizeichef Franco Gabrielli den für Internet-Untersuchungen zuständigen Ermittler Roberto Di Legami versetzt.

Di Legami wird beschuldigt, den Spionagefall unterschätzt zu haben. Auch der Mangel an Kommunikation in Zusammenhang mit der "Eye Pyramid" genannten Untersuchung wird ihm vorgeworfen. Im Rahmen der Ermittlung wurden ein 45-jähriger Atomingenieur und seine Schwester festgenommen, die gute Verbindungen in hohen Finanzkreisen haben. Sie wurden am Mittwochvormittag vernommen, wobei sie alle Vorwürfe zurückwiesen.

Keine vertraulichen Informationen

Der Ingenieur erklärte, er habe aus beruflichen Gründen Informationen über Prominente gesammelt. Es handle sich jedoch um keine vertrauliche Informationen. Den beiden festgenommenen Geschwistern wird Diebstahl von Staatsgeheimnissen und illegales Hacken vorgeworfen. Wie sie die gewonnenen Informationen im Einzelnen nutzten, wird laut Polizeiangaben derzeit geprüft.

Gehackt wurden auch die E-Mail-Konten von Renzis Demokratischer Partei (PD), dem Chef der Steuerpolizei, Saverio Capolupo, dem Bankier Fabrizio Saccomanni, mehreren Geschäftsleuten und dem vatikanischen Kulturminister, Kardinal Gianfranco Ravasi.

Wie aus dem sichergestellten Material hervorgehe, könnten sich die Hacker Zugriff auf 18.000 E-Mail-Konten verschafft haben. Rund 2.000 Passwörter seien geknackt worden. Laut Di Legami wurden die gehackten E-Mails wahrscheinlich von dem Ingenieur in der von ihm geleiteten Investmentfirma Westland Securities genutzt. Der Hacker soll die verwendete Schadsoftware selbst entwickelt haben. (APA, 11.1.2017)

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