Google Maps: Unbekannte machten Mexikos Parlament zu "Rattenkammer"

    15. Jänner 2017, 17:45
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    Zweiter Vorfall innerhalb kurzer Zeit, Google verspricht Besserung

    Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit sind Vertreter der mexikanischen Politik zum Ziel unbekannter Scherzbolde auf Google Maps geworden. Ihnen ist es gelungen, den Sitz des parlamentarischen Unterhauses in "Rattenkammer" umzubenennen, schreibt der Guardian. Das spanische Wort "rata" bedeutet in Mexiko umgangssprachlich auch "Dieb".

    Google hat sich für den Vorfall entschuldigt und verweist darauf, dass diese Änderung von Nutzern seines Dienstes initiiert wurde. Man gelobt Besserung und hat die Bezeichnung korrigiert. Doch der letzte Vorfall liegt nicht lange zurück.

    Präsidialer Amtssitz wurde "Residenz der Korruption"

    Zuletzt war es der Amtssitz des Präsidenten, derzeit Enrique Pena Nieto, deren Name auf Google Maps erfolgreich manipuliert worden war. Sie schien kurzzeitig als "Offizielle Residenz der Korruption" auf, möglicherweise eine Reaktion auf eine frühere Immobilienaffäre.

    Er, seine Frau und der ehemalige Finanzminister besitzen alle Anwesen einer Firma, die von einem Freund des Präsidenten geleitet wird und an einem Konsortium beteiligt ist, das einen 3,7 Milliarden Dollar schweren Auftrag erhalten hat, eine Zugschnellstrecke zwischen Mexiko-Stadt und Queretaro zu realisieren. Eine von der Regierung initiierte Untersuchung sprach die Beteiligten vom Vorwurf des Interessenskonflikts frei.

    Wenig Vertrauen

    Gemäß Statistiken von Transparency International ist das Vertrauen der Mexikaner in ihre Politiker extrem niedrig. Bei der Untersuchung im Jahre 2013 gaben 91 Prozent der Befragten an, die politischen Parteien im Lande seien "korrupt" oder "sehr korrupt", mit 83 Prozent schnitt auch das Parlament gerade vorteilhaft ab. Im Corruption Perception Index 2015 liegt das Land mit einem Score von 35 aus 100 unter 168 Ländern auf Platz 95. (15.1.2017)

    • Auf Google Maps hieß das mexikanische Parlament kurzzeitig "Rattenkammer".
      foto: apa/afp/carl de souza

      Auf Google Maps hieß das mexikanische Parlament kurzzeitig "Rattenkammer".

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