Rassistisch motivierter Attentäter von Charleston zum Tod verurteilt

10. Jänner 2017, 23:03
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Urteil der Geschworenen fällt einstimmig aus

Washington/Charleston – Der rassistisch motivierte Attentäter von Charleston, Dylann Roof, ist zum Tod verurteilt worden. Das Urteil der zwölfköpfigen Geschworenenjury fiel am Dienstag einstimmig aus. Roof hatte sich im Juni 2015 in einer Kirche in Charleston im US-Staat South Carolina unter die Teilnehmer einer Bibelstunde gemischt und um sich geschossen. Er tötete dabei den Pastor und acht schwarze Gemeindemitglieder. Es ist das erste Mal, dass ein US-Bundesgericht einen Menschen wegen eines Hassverbrechens zum Tod verurteilt.

Der 22-jährige Weiße, der sich selbst als Rassisten bezeichnet, hatte sich zu der Tat ausdrücklich bekannt. Er war in 33 Punkten angeklagt, unter anderem wegen Mordes und Hassverbrechens. Bereits im Dezember war er in allen Punkten schuldig gesprochen wurden, nun wurde das Strafmaß verkündet.

Angeklagter verteidigte sich selbst

Roof, der sich gegen den Rat seiner Anwälte selbst verteidigt hatte, verfolgte die Urteilsverkündung ohne Gemütsregung. Auch beim Gerichtsverfahren im Dezember hatte er keine Reue erkennen lassen. In seinen Vernehmungen hatte er die Tat mit rassistischen Vorbehalten gegen Afroamerikaner begründet. Bei der Tat hatte er mehr als 70-mal auf seine Opfer geschossen.

Staatsanwalt Jay Richardson hatte an die kaltblütige Vorgehensweise erinnert: "Er hat sich entschieden, neun gute und unschuldige Frauen und Männer hinzurichten (...), aus gefühllosem Hass auf ihre Hautfarbe."

Krieg zwischen Schwarzen und Weißen geplant

Das Video einer Sicherheitskamera zeigt Roof am Abend des 17. Juni 2015 beim Betreten und Verlassen der Emmanuel-Kirche. Er hatte ausgesagt, sich fast nicht getraut zu haben, sich dann aber doch entschlossen zu haben. Er betrat die Kirche und feuerte mit seiner Pistole um sich. Im Verfahren geäußerte Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit wischte er selbst beiseite. Vor der Tat hatte er im Internet ein Pamphlet zu seinen rassistischen Motiven veröffentlicht. Mehrmals war er zu der Kirche gegangen, um den Ort auszukundschaften. Auch Freunden gegenüber hatte er mehrmals geäußert, Afroamerikaner töten zu wollen.

Später sagte Roof, er habe einen Krieg zwischen Schwarz und Weiß anzetteln wollen – "mit einer geplanten, durchdachten, schrecklichen Attacke". Von dem Geld, das er von seinen Eltern zum 21. Geburtstag bekam, kaufte er sich die Schusswaffe Kaliber .45. Die Verteidigung hatte davon abgesehen, Roofs Unschuld beweisen zu wollen. Stattdessen versuchte sie ihn als Einzelgänger darzustellen, der von rassistischer Hetze im Internet irregeleitet wurde.

Das Attentat in einer der ältesten afroamerikanischen Kirchen der USA war der schlimmste rassistische Gewaltakt in der jüngeren Geschichte des Landes. Es bewog Präsident Barack Obama dazu, bei einer Gedenkfeier für die Opfer "Amazing Grace" zu singen, eine Hymne der Schwarzenbewegung. (APA, 10.1.2017)

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