VW soll im Abgasskandal 4,3 Milliarden Dollar zahlen

10. Jänner 2017, 20:31
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Der Vergleichsentwurf für die USA enthält neben Strafzahlungen auch ein Schuldeingeständnis des Autokonzerns

Berlin – Volkswagen steht im Abgasskandal vor einer weiteren Einigung mit US-Behörden. In Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sehe ein Vergleichsentwurf Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) vor, teilte VW am Dienstag mit. Mit der Einigung sollen strafrechtliche Untersuchungen und zivilrechtliche Bußgeldverfahren beigelegt werden, hieß es.

Der Entwurf enthält laut VW auch ein Schuldeingeständnis. VW hatte weltweit massenhaft Software in Autos eingebaut, um die Abgaswerte bei Dieseln auf dem Prüfstand zu senken. Über die Strafzahlungen hinaus soll nun die interne Kontrolle bei VW gestärkt und eine "unabhängige Aufsichtsperson" benannt werden.

Volkswagen hat bisher 18,2 Milliarden Euro für die Folgen des Abgasskandals zurückgelegt. Der größte Teil davon dürfte allerdings bereits für Entschädigungszahlungen für US-Kunden und Strafen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen reserviert sein. Die Summe werde wohl nicht reichen, teilte VW mit: "Kommt es zu dem Vergleich, werden die Zahlungsverpflichtungen voraussichtlich zu einem die bestehenden Rückstellungen übersteigenden finanziellen Aufwand führen", hieß es. "Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 konkret sein wird, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab und lässt sich derzeit noch nicht bestimmen."

Manipulation von elf Millionen Autos

Das US-Justizministerium hatte den Konzern vor einem Jahr geklagt. Im September 2015 hatte VW die Manipulation von elf Millionen Autos weltweit zugegeben. Eine Software sorgte dafür, dass Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid nur auf dem Prüfstand eingehalten wurden; im normalen Straßenverkehr lagen sie um ein Vielfaches höher. In dem Vergleich müsse sich Volkswagen zu Reformen bereiterklären und einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen, sagten die Insider. Auch ein Schuldeingeständnis des Unternehmens soll die Vereinbarung enthalten.

Nach den beiden Einigungen mit Schadenersatzklägern in Kalifornien ist die Vereinbarung mit der US-Regierung der dritte große Schritt zur Aufarbeitung des Falles. Geschädigten Autokäufern, Händlern und US-Bundesstaaten muss VW mehr als 16 Milliarden Euro Entschädigung zahlen und die Autos zurückkaufen. In Europa wird der Verstoß durch Rückrufaktionen behoben, eine finanzielle Entschädigung verweigert VW. In Deutschland sind unterdessen viele Schadenersatzklagen von VW-Kunden beim Landgericht Braunschweig anhängig. (Reuters, red, 10.1.2017)

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