Ein neues Haus für große Herausforderungen

10. Jänner 2017, 19:17
15 Postings

Das Austrian Institute of Technology hat eine neue Strategie und eine neue Struktur

Wien – Groß sind die Ziele, die sich das Austrian Institute of Technology (AIT) für die Zeit bis 2021 setzt. Man will den Umsatz um nicht weniger als acht Millionen Euro pro Jahr steigern und sich noch besser als bisher im internationalen Wettbewerb als industrienahes Forschungsinstitut mit einer starken Grundlagenforschung bewähren.

Derzeit hat das AIT 140 Millionen Euro zur Verfügung, wobei etwa 20 Millionen für das Tochterunternehmen Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH geparkt sind, ein Dienstleister, der Atommüll aus Industrie und Medizinanlagen entsorgt. 45 Millionen sind Basisfinanzierung, der Rest kommt durch Kooperationen mit der Industrie und Forschungsprojekte dazu. Eigentümer werden weiterhin der Staat (50,4 Prozent) und Industrieunternehmen (49,6 Prozent) sein. Vom Bund, vertreten durch das Verkehrsministerium, wünscht man sich am AIT inflationsberichtigte Basismittel.

Die neue Strategie des Hauses stellten die beiden Geschäftsführer Wolfgang Knoll und Anton Plimon am Dienstag vor. Man wolle sich weiterhin um Technologieentwicklungen in den Grand Challenges der Gegenwart kümmern – mit einem Schwerpunkt auf "Dekarbonisierung und Digitalisierung".

Daneben soll auch das AIT bei den allgegenwärtigen Versuchen mitmachen, mehr Start-ups und Spin-offs im österreichischen Unternehmenssektor zu etablieren. Man könne hier "Türöffner" sein.

Noch aggressiver am Markt

Das Institut müsse wissenschaftlich weiterhin vorn mitspielen, solle sich aber gleichzeitig "noch aggressiver um die Vermarktung kümmern", fasste Wolfgang Knoll weitere Erwartungen der Eigentümer zusammen. Und ergänzt: "Die wissenschaftliche Exzellenz ist die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg."

Das AIT hat sich im Zuge der konkreten Aufgaben der Eigentümer auch eine neue Struktur gegeben. Aus bisher fünf Departments wurden mit 1. Jänner 2017 acht Zentren, die da heißen: Energy, Health and Bioresources, Digital Safety and Security, Vision, Automation and Control, Mobility Systems, Low-Emission Transport, Technology Experience sowie Innovation Systems and Policy.

Unverändert bestehen bleiben die beiden AIT-Töchter Seibersdorf Labor GmbH, ein Dienstleister mit mehreren Schwerpunkten wie zum Beispiel Doping, und eben Nuclear Engineering. Hintergrund der Umstrukturierung ist laut Plimon: "Wir wollten bei den Themenblöcken nicht mehr zu breit sein."

In diesem Prozess wird man sich auch von einigen Themen ganz verabschieden, die sich nicht ausreichend gut entwickeln und trotz wissenschaftlicher Exzellenz möglicherweise ein Marktproblem haben.

Einen Bereich nannten die beiden Geschäftsführer bereits: Umwelttechnik werde teilweise geschlossen, teilweise in das Energie-Zentrum überführt. Der Markt für Grundwasser- und Deponiesanierung hänge vor allem am öffentlichen Budget und sei daher besonders schwierig.

In der Giefinggasse in Wien-Floridsdorf, wo bisher schon rund 400 AIT-Mitarbeiter beschäftigt waren, wird ein neues Gebäude errichtet. Im Frühjahr 2018 wird man vom Techgate dorthin übersiedeln. Der Hauptgrund neben einiger zu erwartender Synergieeffekte: Der Mietvertrag auf der Donauplatte läuft aus, das neue Gebäude bringt Kostenersparnis. Bundesländerstandorte des AIT sind davon nicht betroffen. (pi, 11.1.2017)

  • Die beiden Geschäftsführer des Austrian Institute of Technology (AIT): Anton Plimon (links) und Wolfgang Knoll.
    foto: foto: ait/zinner

    Die beiden Geschäftsführer des Austrian Institute of Technology (AIT): Anton Plimon (links) und Wolfgang Knoll.

Share if you care.