Urtümliche Knochenhechte haben Ähnlichkeit mit Säugetieren

20. Jänner 2017, 08:00
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Erkenntnis von Innsbrucker Forschern wirft neues Licht auf Genomevolution der Wirbeltiere

Innsbruck – Knochenhechte sind eine urtümliche Gruppe von Fischen, deren Entwicklung sich bis weit in die evolutionäre Vergangenheit zurückverfolgen lässt und daher viele Unterschiede zu moderneren Fischfamilien aufweisen. Nun hat ein Forscherteam der Universität Innsbruck nachgewiesen, dass die Genomorganisation der Knochenhechte mehr Ähnlichkeiten zu Säugetieren aufweist als zu anderen Fischarten.

Fische sind wichtige Modellorganismen und aus der medizinischen Forschung nicht mehr wegzudenken. Ein beliebter Modellorganismus ist beispielsweise der Zebrafisch. Bisher war es aufgrund der Genetik jedoch schwierig gewesen, etwaige Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen. Die nun entdeckte Ähnlichkeit der Genomorganisation des Knochenhechts zu Säugetieren könnte dies ändern. "Wir stehen erst ganz am Anfang der Forschungen. Vielleicht ist es in zehn Jahren aber möglich", meint Forschungsleiterin Radka Symonova vom Forschungsinstitut für Limnologie.

Abspaltung vor der Verdoppelung

Beim Zebrafisch und allen anderen Knochenfischen sei das Erbgut vor hunderten Millionen Jahren verdoppelt worden und liege nun in verschiedenen Linien der Fische wieder unterschiedlich reduziert vor. Der archaische Knochenhecht repräsentiere jedoch eine Fischlinie in der Stammesgeschichte, die sich noch vor der Genomverdopplung von den Knochenfischen abgespalten habe.

"Das Genom des Knochenhechts dient daher als wichtiger Bezug für das Verständnis der Evolution jener Gengruppen, die unter anderem auch für menschliche Krankheiten verantwortlich sind und damit als Bindeglied zwischen Knochenfischen und Landwirbeltieren verstanden werden", so Symonova.

Die Forscherin habe zudem entdeckt, dass der Anteil der Nukleotide G und C auf den Chromosomen des Knochenhechts für Fische äußerst ungewöhnlich sei. "Wir nehmen an, dass sich der Knochenhecht parallel zu jenen Organismen entwickelt hat, von denen in weiterer Folge die Säugetiere abstammen", meinte die Wissenschafterin. Diese Erkenntnis werfe ein ganz neues Licht auf die Genomevolution der Wirbeltiere. Die Forschungsergebnisse wurden im "Journal of Experimental Zoology" publiziert. (APA, red, 20.1.2017)

  • Der Alligatorhecht (Atractosteus spatula) ist mit einer Maximallänge von 3 Metern der größte aller Knochenhechte.
    foto: lynn chan

    Der Alligatorhecht (Atractosteus spatula) ist mit einer Maximallänge von 3 Metern der größte aller Knochenhechte.

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