Schalter kurbelt bei Pilzen Produktion wertvoller Substanzen an

16. Jänner 2017, 07:00
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Österreichische Forscher: Damit könne man vermehrt Antibiotika und andere brauchbare Stoffe gewinnen

Wien – Pilze lassen sich als nützliche Biofabriken auf vielfache Weise einsetzen. Unter anderem stellen sie für den Menschen Substanzen wie Antibiotika oder Wirkstoffe gegen Krebs her. Nun sind Forscher aus Wien und Niederösterreich bei Pilzen auf einen Schalter gestoßen, mit dem sie die Herstellung solcher spezieller Produkte anknipsen und jene für grundlegende Funktionen drosseln lässt.

Mithilfe dieses molekularen Schalters namens Xpp1 könnte man vermehrt solche Stoffwechselprodukte aufspüren und nutzbar machen, berichten die Forscher vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität (TU) Wien und des Departments für Agrarbiotechnologie Tulln der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien im Fachmagazin "Pnas".

Im Labor produktionsfaul

Bisheriges Hauptproblem war, dass den Pilzen die wertvollen Substanzen unter Laborbedingungen kaum zu entlocken sind, sondern in der Natur nur bei ganz bestimmten Situationen hergestellt werden. Beispielweise, wenn sie sich vor Bakterien oder dem Gefressenwerden schützen wollen.

Knipst man Xpp1 aus, werden in den Pilzen mehr dieser nicht direkt für das Überleben nötige Produkte fabriziert, während der grundlegende Stoffwechsel, mit dem sie zum Beispiel Energie gewinnen, nur mehr auf Sparflamme läuft. Unter normalen Bedingungen ist der Schalter wohl wichtig, dass sich die Pilze auf die wesentlichen Funktionen konzentrieren, erklärte Christian Derntl von der TU Wien. (APA, red, 16.1.2017)

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