SPD will sich noch nicht auf Kanzlerkandidaten festlegen

10. Jänner 2017, 17:19
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Parteichef Gabriel: "Wir reden über die Inhalte des Wahlkampfs"

Berlin/Düsseldorf – Spannung bis zum Schluss. Unter diesem Motto traf am Dienstagabend die SPD-Spitze in Düsseldorf zusammen, um die Marschrichtung für den Bundestagswahlkampf 2017 abzustimmen. Doch weder SPD-Chef Sigmar Gabriel noch seine Stellvertreterin, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, wollten sich zu jener Personalfrage äußern, die die SPD-Basis umtreibt, wer nämlich Kanzlerkandidat wird.

"Ich weiß gar nicht, wer überhaupt auf die Idee gekommen ist, dass wir über Personal reden", sagte Gabriel vor der Sitzung. Die "Bild"-Zeitung jedoch berichtet, Gabriel habe sich jetzt entschieden und werde als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Wahlkampf ziehen. Dies hatte vor kurzem auch der "Spiegel" geschrieben. Gabriel, so die "Bild"-Zeitung, habe sich während des Sommers intensiv mit Vertrauten und Parteifreunden beraten. Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder soll ihm dabei mehrfach zur Kandidatur geraten und gesagt haben: "Du musst klarmachen, dass du es wirklich willst."

Als Parteichef hat Gabriel das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur. Beliebter als er ist allerdings der scheidende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der von Brüssel nach Berlin zurückkehren wird. Am Dienstag, beim Spitzentreffen, war Schulz nicht dabei, weil er nach Lissabon zum Begräbnis des früheren portugiesischen Staats- und Regierungschefs Mário Soares fuhr. Eine Urabstimmung zwischen ihm und Schulz für die Kanzlerkandidatur lehnt Gabriel ab, die Entscheidung soll am 29. Jänner bekanntgegeben werden. (bau, 10.1.2017)

  • Parteichef Gabriel will nicht sagen, wer Kandidat wird.
    foto: afp photo / john macdougall

    Parteichef Gabriel will nicht sagen, wer Kandidat wird.

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