Reisetrends: Griechenland boomt heuer erneut

10. Jänner 2017, 13:39
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Inseln werden nachgefragt, Italien und Spanien liegen ebenfalls im Plus

Wien – "Die aktuellen Buchungszahlen für den Sommer zeigen deutlich: Die Österreicher sind reisefreudig, wir liegen bei den Sommerbuchungen aktuell bereits 30 Prozent über dem Vorjahr", sagte Lisa Weddig, Geschäftsführerin von Tui Österreich, am Dienstag. In der Wintersaison 2016/17 gab es ein Umsatzplus von 20 Prozent bei den Kanaren, Spanien und den Malediven.

Bereits vergangenen Sommer war Griechenland auf Platz eins im Ranking der begehrtesten Feriendestinationen, aktuell verzeichne Tui Österreich erneut ein "Buchungsplus von über 60 Prozent", sagt Weddig. Besonders gut gebucht sind die Inseln Kreta, Korfu und Rhodos. Auch die im Sommer 2016 zurückhaltend gebuchte Insel Kos findet wieder zu alter Stärke zurück und kann ihre Buchungszahlen vom vergangenen Jahr bereits verdoppeln. Nach Griechenland folgen Spanien, Italien, Kroatien und Ägypten.

Flugkapazitäten aufgestockt

"Wir haben unsere Flugkapazitäten ab Wien auf die vier großen Inseln deshalb vergangene Woche erneut um 15 Prozent aufgestockt", betont Weddig. Das Hotelangebot wurde auf Kreta, Rhodos und Kos zu Saisonbeginn um rund 40 Prozent erweitert. Ein österreichisches Spezifikum sei der Trend zu den kleineren Inseln wie Karpathos, Zakynthos, Lefkas und Kefalonia. Im Sommer werden auf Zakynthos und Kefalonia neue Tui-Sensimar-Häuser eröffnet. Sensimar steht für ausschließlich erwachsene Gäste.

Traditionell buchen die Österreicher im europäischen Vergleich ihre Reisen eher spät. Diesen Sommer allerdings geben die Frühbucher den Ton an. "Aktuell sind bereits 18 Prozent unseres Kontingents gebucht, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit erst zwölf Prozent", so Weddig. Angekurbelt wurde der Frühbuchertrend durch eine 149-Euro-Kinderfestpreis-Aktion.

Ein weiterer Grund für die Trendumkehr ist, dass es vergangenen Sommer für österreichische Gäste an einigen Terminen zu Buchungsengpässen vor allem in Spanien kam, weil die anderen europäischen Urlauber ihre Reisen früher gebucht hatten. Es gab zwar noch genügend Flüge aus Österreich, die Hotelzimmer wurden aber bereits knapp. Und das, obwohl sich der Tui-Konzern zusätzliche Bettenkapazitäten um 26 Millionen Euro allein in Spanien gesichert hatte. "Das wird sich auch heuer wiederholen", sagt Weddig.

Das Urlaubsbudget steigt

Der Durchschnittsreisepreis ist im Vergleich zum Sommer 2016 bei Tui um vier Prozent gestiegen. "Unsere Verkaufspreise sind über alle Zielgebiete durchschnittlich um ein Prozent gesunken. Unsere Gäste bevorzugen heuer allerdings höherwertige Reisen und buchen außerdem verstärkt Fernreisen. Das führt zum gestiegenen Durchschnittspreis", betont Weddig.

Gemeinsam mit den Flughäfen Salzburg, Graz, Innsbruck, Linz und Klagenfurt hat Tui eine Bundesländer-Offensive gestartet und die Flugkapazitäten für den Sommer 2017 weiter ausgebaut. Ab Innsbruck fliegt Tui mit dem neuen Flugpartner Avanti Air nach Ibiza. Ab Linz ist Chania/Kreta neu im Programm, in Graz setzt Tui auf einen neuen Flug nach Hurghada. Salzburger Gäste bekommen neue Flüge nach Zakynthos, Thessaloniki, Olbia, Dubrovnik und Split. Ab Klagenfurt bietet Tui Zubringerflüge nach Wien zu den AUA-Flügen nach Cagliari, Lamezia Terme, Larnaca, Menorca, Lefkas und Thessaloniki.

40 Prozent der Gruppenreisenden buchen aktuell ein Katalogprodukt, 60 Prozent lassen sich ein individuelles Paket schnüren. Bis zum Vorjahr war das Verhältnis noch umgekehrt, da dominierte das Katalogprodukt mit 60 Prozent.

Italien wird Flugziel

Ein Trend, der sich bereits im vergangenen Sommer abgezeichnet habe und sich nun festigt: Das traditionelle Autoreiseland Italien wird zunehmend ein Flugziel. "Der Fluganteil der Italien-Sommerbuchungen ist auf über 25 Prozent gestiegen, vergangenen Sommer waren es noch unter 15 Prozent", so Weddig. "Damit rücken verstärkt neue Regionen in den Mittelpunkt, etwa Sizilien und Sardinien."

Für Tui ist Italien ein Wachstumsmarkt. So wird das Angebot im Sommer mit mehr als 1.000 neuen Hotels um 50 Prozent ausgebaut. Von der Oberen Adria bis nach Sizilien stehen für Tui-Gäste im Sommer damit mehr als 3.000 Hotels zur Auswahl, darunter auch drei Tui-eigene Häuser: zwei Neueröffnungen des Adults-only-Konzepts Tui Sensimar in Kalabrien und auf Sardinien sowie das erste Tui-Blue-Hotel in der Toskana.

Wie sich die Neuausrichtung von Niki auf Tui auswirken wird, will und kann Weddig derzeit nicht sagen. Man habe aber Alternativen bei anderen Airlines gebucht.

Die Türkei-Nachfrage sei heuer noch immer sehr schwach, man sei im zweistelligen Minus. Bei Tunesien und Ägypten gebe es hingegen eine bessere Nachfrage. (cr, 10.1.2017)

  • Richtung Südeuropa heben auch heuer wieder die meisten Ferienflieger ab.
    foto: dpa/daniel reinhardt

    Richtung Südeuropa heben auch heuer wieder die meisten Ferienflieger ab.

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