Protein für Behandlung von Brustkrebs identifiziert

10. Jänner 2017, 12:05
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Forscher identifizierten den Tumorsuppressor LATS als zentralen Akteur in der Entwicklung und Behandlung von Brustkrebs

Basel – Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Bei rund 70 Prozent der Brustkrebserkrankungen weist der Tumor Rezeptoren für das Hormon Östrogen auf. Diese Östrogenrezeptor-positiven Tumore können heute relativ gut behandelt werden. Da diese Tumore für ihr Wachstum auf Östrogen angewiesen sind, ist der Rezeptor das Ziel verschiedener Medikamente, die entweder die Östrogenexpression beeinflussen, an den Rezeptor binden oder dessen Abbau beschleunigen.

Trotzdem schlägt diese Therapie bei etwa einem Drittel der Patientinnen nicht an, oder sie entwickeln Resistenzen. Was den Erfolg der Therapie bestimmt, konnte bislang nicht genau vorhergesagt werden, da die molekularen Vorgänge noch unklar waren. Forscher vom Departement Biomedizin der Universität Basel konnten nun einen wichtigen Akteur, das Enzym LATS, identifiziert.

In einer molekularen Studie konnten die Wissenschafter zeigen, wie das Enzym in Zusammenarbeit mit anderen Proteinen die Entstehung und Behandlung von Brustkrebs beeinflusst. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf krebshemmende Gene. Diese verhindern, dass normale Zellen krebsartig werden. Dabei konzentrierten sie sich auf die Tumorsuppressoren LATS1 und LATS2. Fällt die Wirkung von LATS weg, verändern sich verschiedene Prozesse im Brustgewebe.

Enzym bestimmt Zellschicksal

Ohne LATS steigt die Anzahl der sogenannten luminalen Vorläuferzellen im Epithelgewebe der Brustdrüse. Diese gelten als Ursprungszellen der meisten Formen von Brustkrebs bei Menschen. "LATS balanciert die Zellschicksale im Brustgewebe aus. Fällt es aus, verschiebt sich das Gleichgewicht und es entstehen mehr Zellen, die zu Tumoren heranwachsen können", erklärt Studienleiter Mohamed Bentires-Alj vom Departement Biomedizin der Universität Basel.

Im gesunden Brustgewebe bringt LATS den Östrogenrezeptor alpha mit der Proteinabbaumaschinerie zusammen. Ohne LATS kann also der Östrogenrezeptor nicht mehr richtig abgebaut werden, was Konsequenzen für die Therapie hat. "Wir konnten zeigen, dass Krebszellen ohne LATS nicht mehr auf die Therapie mit Fulvestrant – einem Östrogen-Rezeptor-Antagonisten, der den Abbau fördert – reagierten. Sie waren resistent", so Bentires-Alj. Das Entfernen von LATS führt außerdem zur Stabilisierung der Proteine YAP und TAZ, die in vielen Krebsarten hochreguliert sind und die Vermehrung von Zellen antreiben. (red, 10.1.2017)

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