Tschechien will doch fast 200 Panzerwagen von Steyr kaufen

10. Jänner 2017, 11:52
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Zehn Jahre lang war fraglich, ob der Deal wie geplant über die Bühne geht. Auch Korruption soll mit im Spiel gewesen sein

Prag/Wien – Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka hat bei der Beschaffung der "Pandur"-Radpanzer vom österreichischen Hersteller Steyr die Rückkehr zum ursprünglichen Plan von 2006 angekündigt. Damit werde Prag insgesamt 199 "Pandur" bestellen und nicht wie zwischenzeitlich beschlossen nur 107, berichteten tschechische Medien am Dienstag. Die Steyr-Produktion in Wien gehört dem US-Rüstungskonzern GD.

"Heute, nach einigen Jahren, zeigt sich, dass es aus der Sicht des Bedarfs der Armee nicht die richtige Entscheidung war. Schrittweise kehren wir zur Entscheidung vom Jahr 2006 zurück", sagte Sobotka. Verteidigungsminister Martin Stropnicky habe ihn informiert, das Heer müsse wie ursprünglich vereinbart um 199 "Pandur" aufstocken.

Verwicklung in Korruptionsskandal

Der Kauf der Panzerwagen im Wert von rund 23,5 Milliarden Kronen (ca. 870 Millionen Euro) war 2006 unter der Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jiri Paroubek beschlossen worden. Ein Jahr später annullierte die konservative Regierung von Premier Mirek Topolanek den Kauf, weil Steyr die Vertragsbedingungen und die Qualitätsvorgaben nicht erfüllt haben soll. Schlussendlich kaufte Tschechien dann 107 Panzerwagen für 14,4 Mrd. Kronen.

Der sogenannte Steyr-Deal war aber vor allem von einem Korruptionsskandal überschattet. Ein enger Mitarbeiter Topolaneks soll 2007 von Steyr-Managern Schmiergeld in Höhe von 18 Millionen Euro gefordert haben. Damit sollte die Fortsetzung des gestoppten Einkaufs gesichert werden. Der Mitarbeiter wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. (APA, 10.1.2017)

  • Steyr soll nun doch fast 200 Stück der Pandur-Panzerwagen liefern.
    foto: ap photo/ctk, petr janousek

    Steyr soll nun doch fast 200 Stück der Pandur-Panzerwagen liefern.

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