Zypern-Gespräche: Tsipras und Erdogan telefonieren

10. Jänner 2017, 07:13
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Am Dienstag werden die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel fortgesetzt

Nikosia/Lefkosa/Genf – Unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen werden am Dienstag die Gespräche zur Wiedervereinigung Zyperns fortgesetzt. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen werden EU-Themen sowie die Kosten der Überwindung der seit mehr als 40 Jahren andauernden Teilung auf der Tagesordnung stehen.

Die Volksgruppenführer der griechischen und der türkischen Zyprioten, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, hatten am Montag im Beisein des Sondergesandten der Vereinten Nationen, des Norwegers Espen Barth Eide, Gespräche aufgenommen. Sie sollen bis Mittwoch andauern.

"Möglich, aber schwierig"

Die Überwindung der Teilung "ist möglich, aber schwierig", sagte der Norweger bei einer ersten Pressekonferenz nach Beginn der Verhandlungen am Montag. Jedenfalls sei für Zypern "die Stunde der Wahrheit gekommen", hieß es. Der UNO-Vermittler erklärte, dass am Donnerstag eine Fünf-Parteien-Konferenz unter Beteiligung der Garantiemächte Zyperns – Griechenland, der Türkei und der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien – stattfinden solle.

Dazu laufen im Hintergrund intensive Verhandlungen. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras sprach am Montagabend mehr als eine Stunde lang am Telefon mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Wie es aus Kreisen der Regierung in Athen am Montagabend hieß, hätten die beiden sich darauf geeinigt, falls die Gespräche zwischen den Vertretern der griechischen und türkischen Zyprioten in den nächsten zwei Tagen gut vorankommen würden, selbst nach Genf für die Fünf-Parteien-Konferenz zu fliegen.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zypriotischen Süden. Der türkisch-zypriotische Norden wird nur von Ankara anerkannt.

Angestrebt wird ein föderaler Staat aus zwei politisch gleichberechtigten Bundesstaaten – einem türkisch-zypriotischen im Norden und einem griechisch-zypriotischen im Süden. Beide Volksgruppen müssen einer Verhandlungslösung in getrennten Referenden später noch zustimmen. (APA, 10.1.2017)

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