Fleischkonsum und Klimawandel: Mit Steuern steuern

Kommentar9. Jänner 2017, 18:06
3 Postings

Die Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels bedarf vieler Verhaltensänderungen

Steuern sind nicht nur die beliebteste Art von Regierungen, Einnahmen zu generieren. Steuern sind auch ein Weg, gesellschaftspolitische Weichenstellungen vorzunehmen. So ist die Forderung des deutschen Umweltbundesamtes zu verstehen: Erhöht die Steuern auf Fleisch, macht es teurer! Die Menschen werden dann weniger davon essen, was auch gesünder ist. Und außerdem wäre weniger Tiermast ein wichtiger Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels. Denn Rinder zum Beispiel sind eine wichtige Methanquelle. Und Methan wiederum ist eines der potentesten Treibhausgase.

Man könnte also sagen, dass mit der Einführung einer höheren Fleischsteuer viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen würden. Trotzdem war der Aufschrei dagegen fast lückenlos. Nicht einmal die deutschen Grünen sahen darin einen Vorteil. Die Politiker sprachen von einer nicht gewünschten Bevormundung des Konsumenten. Und natürlich sprachen sich die Interessenvertreter – Bauern und die verarbeitende Fleischindustrie – striktest dagegen aus.

Die Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels bedarf vieler Verhaltensänderungen, heißt es immer etwas abgehoben. Der Beitrag der Nutztierproduktion ist zwar bekannt, wird aber angesichts des täglichen Schnitzels auf dem Teller gern ausgeblendet. Mehr noch: Fleisch essen wird als Grundrecht des Konsumenten gesehen. Das ist deprimierend. (Johanna Ruzicka, 9.1.2017)

Share if you care.