Minsk und Moskau fechten neuen Gasstreit aus

9. Jänner 2017, 17:07
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Auge um Auge, Öl um Gas

Moskau – Zwischen Russland und Weißrussland droht ein neuer Gaskonflikt zu eskalieren. Weil Minsk Moskau über 400 Millionen Dollar für Gaslieferungen schuldig ist, hat Russland seinem Nachbarn nun die Öllieferungen gekürzt. Weißrussland wird im ersten Quartal 2017 statt der vereinbarten 4,5 Millionen Tonnen nur noch vier Millionen Tonnen erhalten. Minsk hat bereits Protest gegen diese Maßnahme erklärt.

Der Konflikt schwelt schon seit Anfang 2016, als Weißrussland, nicht einverstanden mit dem russischen Gaspreis, weniger zu zahlen begann, als Gazprom in Rechnung stellte. Verhandlungen über eine gütliche Beilegung scheiterten im Dezember.

Mit der Verknüpfung der Öllieferungen an den Gasstreit hat die russische Regierung Minsk an einer empfindlichen Stelle getroffen: Weißrussland ist abhängig vom russischen Öl. Ohne eine Einigung drohen den dortigen Raffinerien Stillstand und dem weißrussischen Etat deutliche Verluste. Minsk dürfte daher zu Zugeständnissen gezwungen sein, entweder die Schuld zu zahlen oder weitere Aktiva abzutreten. (ab, 9.1.2017)

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