Breitbandoffensive wird auf Herz und Nieren geprüft

10. Jänner 2017, 11:00
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Heuer steht die Vergabe weiterer 200 Millionen Euro Förderung an. Evaluiert werden außerdem die bisherigen Maßnahmen

Wien – Die Breitbandoffensive bringt 2017 einige Neuerungen. Es steht die Vergabe weiterer 200 Millionen Euro an Förderungen für den Internetausbau an. Sie werden übers Jahr verteilt in sogenannten Calls offeriert. Da von der ersten Tranche noch hundert Millionen übrig sind, könnte theoretisch auch ein Volumen von 300 Millionen Euro vergeben werden.

Eine Aufstockung der Mittel hält man in der Branche allerdings für unwahrscheinlich, denn das Geld werde von den Kommunen eher zögerlich beantragt. Technisch abgewickelt wird die Vergabe wie bisher von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Da bei der ersten Tranche von Netzbetreibern und Gemeinden deutlich mehr Förderungen im Teilbereich Access nachgefragt wurden, als Angebot verfügbar war, könnte dieser Bereich höher dotiert werden als Backhaul und Leerverrohrung. Abhängig vom Bedarf steht für Leerverrohrung wieder eine Tranche zur Verfügung. Aber fix ist noch nichts.

Evaluierung der Fördermaßnahmen

Im ersten Halbjahr steht außerdem die Evaluierung der bisherigen Fördermaßnahmen an. Dabei prüfen Fachleute Abwicklung und Wirkungsweise der Förderprogramme auf Herz und Nieren, insbesondere hinsichtlich ihrer Kompatibilität mit der nächsten Mobilfunkgeneration (5G). Welches Beratungsinstitut die von Minister- und Nationalrat beschlossene Evaluierung durchführen wird, stehe noch nicht fest, verlautet aus dem Verkehrsministerium. Bleibt der Auftragswert der Evaluierung unter 100.000 Euro, könnte es schnell gehen, denn dann ist keine Ausschreibung fällig.

Online ist seit Montag auch die zu Jahresmitte bei der Telekomregulierungsbehörde RTR eingerichtete Zentrale Informationsstelle für Infrastrukturdaten (ZIS). In diesem elektronischen Register werden vorhandene und für Telekommunikationszwecke nutzbare Infrastrukturen ebenso erfasst wie geplante Bauprojekte. Telekom-Netzbetreiber können die Daten dann nutzen, um Planung und Bauarbeiten abzustimmen. Die Plattform geht auf Initiative der EU-Kommission zurück, sie soll helfen, die Kosten des Internetausbaus zu senken. (Luise Ungerboeck, 10.1.2017)

  • Das Schließen von Lücken im Glasfasernetz kostet Millionen.
    foto: apa/dpa/kneffel

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