Arcotel-Chef: "Junge wollen alles sofort, auch das Hotelzimmer"

10. Jänner 2017, 07:00
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Im August sollen die ersten Gäste im Arcotel im Donauzentrum einziehen. Klassische Rezeption und TV wird es dort nicht geben

Wien – Noch wird gebohrt und gehämmert; spätestens im August sollen dort, wo bis 2015 ein Austria-Trend-Hotel war, die ersten Gäste im Arcotel Donauzentrum in Wien-Kagran einziehen. Es ist der dritte Standort der familiengeführten Hotelkette in Wien, der zurzeit von Investor Unibail-Rodamco generalsaniert wird. Zu Arcotel gehören acht weitere Häuser in Österreich, Deutschland und Kroatien.

Das Hotel Donauzentrum, das in die gleichnamige Einkaufsmall, die größte Wiens, integriert ist, sei ein Pilotprojekt. "Wir wollen die Wünsche und Erwartungen der jungen Generation bestmöglich erfüllen", sagte Martin Lachout, Vorstandsdirektor der Arcotel Hotel AG, dem STANDARD. "Die junge Generation will alles sofort, auch das Hotelzimmer. Dem versuchen wir Rechnung zu tragen."

Kein Tresen

So wird das 158 Zimmer große Viersternehotel als erste Konzession an die Moderne über keine klassische Rezeption mit Personal hinter dem Tresen verfügen. "Der Tresen entstammt dem Saloon, wo er primär als Schutz der Mitarbeiter vor betrunkenen Gästen diente. Diese Zeit ist vorbei", sagte Lachout. Stattdessen steuert der Gast einen großen, runden Tisch in der Mitte der Hotellobby an und checkt dort an einem Terminal ein. Wer online bucht und zahlt, kann mit dem zugesandten QR-Code am Handy die Hotelzimmertür öffnen und das Haus am Tag der Abreise ohne Auschecken verlassen. Auf die Minibar am Zimmer wurde verzichtet. Damit erübrigt sich eine Verrechnung am Tag der Abreise. Lachout: "Die Minibarumsätze gehen seit Jahren zurück, auch die des Festnetztelefons am Zimmer. Als Viersternebetrieb müssen wir aber trotzdem eines installiert haben."

Smart-Fernsehen statt TV

Statt TV auf dem Zimmer gibt es Smart-Fernsehen, auch das eine Konzession an die Moderne. "Der Gast erwartet Gratis-WLAN und superschnelles Internet. Das alles wird es geben", sagte Lachout. Bei der Verpflegung der Gäste will man auf das breitgefächerte Angebot der mehr als 20 Gastro-Betrieben im Donauzentrum zurückgreifen. "Will jemand ein Sushi oder einen Burger von McDonald's, kann er das bestellen und bei uns verzehren", sagte Lachout.

Starten will man mit Preisen von unter 100 Euro je Zimmer, die während Messezeiten auch deutlich über 200 Euro gehen könnten. Das im Donauzentrum erprobte Konzept soll in der Folge auch an anderen Arcotel-Standorten angewandt werden. Arcotel hat im Vorjahr mit rund 880 Mitarbeitern 68 (2015: 63) Millionen Euro umgesetzt. Die Auslastung lag bei durchschnittlich 78 (79) Prozent. (Günther Strobl, 10.1.2017)

  • Was der jugendliche Gast heute erwartet? Gratis-WLAN und superschnelles Internet – und ein Zimmer sofort.
    foto: apa/techt

    Was der jugendliche Gast heute erwartet? Gratis-WLAN und superschnelles Internet – und ein Zimmer sofort.

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