Pensionist schoss auf Nachbarskatze: 5.400 Euro Geldstrafe

9. Jänner 2017, 16:26
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Ehemaliger Hausarzt bei Prozess in Salzburg wegen Tierquälerei verurteilt

Salzburg – Ein pensionierter Hausarzt ist am Montag in Salzburg wegen Tierquälerei zu einer unbedingten Geldstrafe in Höhe von 5.400 Euro nicht rechtskräftig verurteilt worden. Der 71-Jährige soll im Dezember 2015 und im Juni 2016 mit einem Luftdruckgewehr auf seine Nachbarskatze geschossen haben. Kater "Ernst" wurde in beiden Fällen getroffen und verletzt. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld.

Er habe nur testen wollen, ob sein jahrelang nicht benutztes Gewehr "noch gerade schießen kann", hatte der Mann aus dem Flachgau am ersten Prozesstag im August 2016 erklärt. Er sei unschuldig, er schieße nicht auf Tiere. Eine Katze habe er nicht gesehen, als er von einem Zimmer aus auf die Blätter eines Nussbaumes zielte.

Der Verteidiger hatte zudem betont, dass für die Tat auch jemand anderer infrage kommen könne, denn im ländlichen Raum gebe es eine unendliche Zahl an Besitzern von Luftdruckwaffen. Außerdem bezweifelte der Anwalt, dass das Kaliber der Projektile mit der Waffe übereinstimmt. Doch diese Frage konnte ein Schuss-Sachverständigen-Gutachten klären, welches das Gericht einholen ließ. Demnach passten die Projektile zur Waffe.

Die Katze hatte Glück. Es seien keine lebenswichtigen Organe getroffen worden, schilderte der 26-jährige Besitzer. Er habe die Katze zweimal hechelnd und blutend aufgefunden. Die Geschoße stecken noch immer im Körper des Vierbeiners. Der Tierarzt hielt es in beiden Fällen für unnötig, sie zu entfernen, weil sie sich ohnehin im Gewebe verkapseln würden. Das Gerichtsgutachten wurde anhand der Röntgenbilder von "Ernst" erstellt.

Der Angeklagte muss laut dem Urteil von Richter Christian Hochhauser auch noch 276 Euro Behandlungskosten an den Besitzer des Tieres zahlen. Das Luftdruckgewehr wird eingezogen. Das Urteil noch nicht rechtskräftig, weil weder die Staatsanwältin, noch der Verteidiger eine Erklärung dazu abgegeben haben. (APA, 9.1.2017)

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