Wochenendsportler senken ihr Erkrankungsrisiko

13. Jänner 2017, 10:58
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Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs sind die großen Killer der Menschen in der westlichen Welt. Sport arbeitet dem entgegen. Die Dosis spielt eine Rolle, das Frequenzmuster nicht

Mitunter stellen sich Wissenschafter interessante Detailfragen. Etwa die, wie Bewegung ihre maximale gesundheitsfördernde Wirkung entfalten kann. Zu klären war dabei eine Dosierungsfrage: Sind die empfohlenen 150 Minuten pro Woche besser kontinuierlich im Laufe von sieben Tagen zu absolvieren, oder ist es genauso effektiv, sie als "Wochenendsportler" in zwei Tagen zu erledigen. Endpunkt der Studie: Inwiefern kann durch so ein Regime die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs reduziert werden beziehungsweise kann Bewegung Todesfälle durch diese Erkrankungen vermindern?

Gary O'Donovan und sein Team von der englischen Universität Loughborough sind diesen Fragen auf den Grund gegangen. Zwischen 1994 und 2012 haben sie dazu insgesamt 63.591 Menschen in England und Schottland mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren beobachtet. Der Fokus lag dabei auf Korrelationen zwischen Wochenendsport (beziehungsweise anderen zeitlichen Mustern für sportliche Aktivitäten) und einem erhöhten Risiko, zu sterben oder an kardiovaskulären Leiden beziehungsweise Krebs zu erkranken.

Gesündere Gruppe

Das in der Fachzeitschrift "Jama Internal Medicine" publizierte Ergebnis: Von den 63.591 beobachteten Personen starben 8.802 im Untersuchungszeitraum – 2.780 davon an kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall) und 2.526 an Krebs.

Das Sterberisiko war bei den Wochenendsportlern gegenüber inaktiven Menschen um insgesamt 30 Prozent niedriger, bei kardiovaskulären Ereignissen sogar um 40 Prozent, bei Krebs um 18 Prozent.

Die Risikominimierung war allerdings bei Wochenendsportlern und jenen, die ungenügend sportlich waren, ähnlich. Die Frequenz und die Dauer scheinen also Faktoren zu sein, die, solange das empfohlene Bewegungspensum erreicht wird, keine Rolle spielen.

Es gibt aber Hinweise, dass das kontinuierliche Betreiben von Sport das Krankheitsrisiko am effektivsten senkt. Allerdings: Die Angaben der Studienteilnehmer erfolgten per Selbsteinschätzung, insofern lassen sich daraus keine Kausalitäten ableiten. (red, 9.1.2017)

Originalpublikation:

The "weekend warrior" and risk of mortality

  • Hauptsache, aktiv sein, weil es das Erkrankungsrisiko im Alter senken hilft.
    foto: apa

    Hauptsache, aktiv sein, weil es das Erkrankungsrisiko im Alter senken hilft.

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