"Next Generation": Die Blendung im Mohnschein

    9. Jänner 2017, 14:49
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    Im Wiener Wuk zeigt eine "Next Generation", was ihr heute für morgen als künstlerisch wichtig erscheint

    Wien – Die Jungen, die Neuen. Wohin schlagen ihre Pendel aus? Welcher Buchstabe passt nach x, y und z zur nächsten Generation? Oder welches Attribut nach dem öden "maybe" oder der Markierung – vielleicht ist es auch ein Brandzeichen – als "digital natives". Im Wuk zeigen Kuratorinnen und Kuratoren von morgen, was sie anregend finden und wie sie an eine Zukunft glauben.

    Am Donnerstag hält sich die von Studis vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien personifizierte "Next Generation" an verschiedenen Locations des Wiener Werkstätten- und Kulturhauses auf.

    Entstanden ist dieses Projekt aus einer gemeinsamen Lehrveranstaltung von Sigrid Gareis, der Gründungsintendantin des Tanzquartiers Wien, und Bettina Kogler, der künftigen Leiterin dieses Hauses, die zusammen ihre kuratorischen Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. Dementsprechend besteht die Gruppe, die für das Programm dieser Veranstaltung verantwortlich zeichnet, aus 16 Personen, und das sind, nebenbei bemerkt, allesamt Frauen. Damit wird schon einmal ein Statement gesetzt: Die Ära der Herrenmode in der Couture des Kuratierens ist ganz sicher vorbei.

    Was zeigt sich unter diesen Vorzeichen? Im Wuk-Hof reagiert Mascha Dabelka mit einem Howling Manifesto auf die Umbrüche der Gegenwart. Gemeinsam heulen da Stimmen von einst und heute in eine unbestimmbare Zukunft.

    Im Saal setzen Elif San und Sam Erpelding ein Mash-up aus Visuals, Elektroakustik plus Lyrik unter dem Titel Annah in die Welt, und im Foyer fragen Frauke Wallmeier und Martin Bauer über ihre Installation Voll auf Mohn, welche Handlungsspielräume für eine Auseinandersetzung mit der Gesellschaft überhaupt noch vorhanden sind.

    Im Projektraum spielt Anna Kurz in ihrer Soundperformance Unbewusste Blendung Reaktionen auf das technologische Zeitalter ein, und schließlich gibt es noch ein Gespräch mit Chris Haring darüber, wie die digitalen Medien die Performance mitbestimmen. (Helmuth Ploebst, 9.1.2017)

    Wuk, 12.1., 20.00

    • Mash-up aus Visuals, Elektroakustik plus Lyrik: Elif San und Sam Erpeling am Donnerstag mit "Annah" im Wuk.
      foto: elif san & sam erpelding

      Mash-up aus Visuals, Elektroakustik plus Lyrik: Elif San und Sam Erpeling am Donnerstag mit "Annah" im Wuk.


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