Falscher Sanitäter bei Unfall: Forderung nach Register

9. Jänner 2017, 11:56
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Der Bundesverband Rettungsdienst kritisiert, dass nur Sanitäter, die bei Organisationen tätig sind, erfasst werden

St. Lorenz am Mondsee/Wien – Nach dem Fall eines falschen Sanitäters, der vergangene Woche mit Blaulicht bei einem Unfall in St. Lorenz am Mondsee erschienen ist, fordert der Bundesverband Rettungsdienst (BVRD) eine österreichweite organisationsübergreifende Registrierung von Sanitätern. Dort sollen Qualifikation und Berechtigungsdauer erfasst und einfach abrufbar sein – auch um derartige Vorfälle zu vermeiden.

Am Mittwoch war in St. Lorenz (Bezirk Vöcklabruck) ein Reisebus verunglückt. Plötzlich fuhr ein Mann in Uniform mit seinem Privat-Pkw mit Blaulicht vor. Patientenkontakt hatte er nicht, denn die Verletzten waren bereits abtransportiert. Er gab aber ein Fernsehinterview. Der 54-jährige Salzburger ist ausgebildeter Sanitäter und Krankenpfleger, aber weder beim Roten Kreuz in Salzburg noch in Oberösterreich gemeldet. Laut Polizei wollte er nur helfen. Er wird allerdings wegen der Fahrt mit Blaulicht angezeigt.

Der BVRD kritisiert, dass Sanitäter in Österreich nur bei den Organisationen, für die sie tätig sind, erfasst werden. Ein einheitliches Register fehle hingegen. Auch in dem geplanten Register für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe, das ab 2018 umgesetzt werden soll, würden sie nicht erfasst.

"Derzeit weiß niemand, wie viele freiwillige und hauptberufliche Sanitäterinnen und Sanitäter mit welchem Ausbildungsstand es in Österreich gibt", bemängelte BVRD-Präsident Ferdinand Ellinger in einer Presseaussendung. "Jeder kann derzeit vorgeben, etwas zu sein, was er nicht ist, weil auch die Vorschrift zur Ausstellung von Tätigkeitsausweisen von den Organisationen nicht einheitlich ausgeführt wird", so Ellinger. (APA, 9.1.2017)

  • Niemand wisse, wie viele Sanitäter es in Österreich gibt, wird kritisiert (Symbolfoto).
    foto: www.corn.at, heribert corn

    Niemand wisse, wie viele Sanitäter es in Österreich gibt, wird kritisiert (Symbolfoto).

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