Weiter Ausverkauf bei türkischer Lira

9. Jänner 2017, 11:51
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Die türkische Landeswährung fällt den dritten Tag in Folge auf ein Rekordtief, Investoren ziehen sich weiter zurück

Frankfurt – Der Ausverkauf der türkischen Lira geht weiter. Aus Unsicherheit über die wirtschaftliche und politische Zukunft zogen sich am Montag weitere Investoren aus dem Land am Bosporus zurück. Dollar und Euro markierten mit 3,7284 und 3,9225 Lira jeweils den dritten Handelstag in Folge ein Rekordhoch.

Die Rating-Agentur Moody's warnte vor einer "generellen Verschlechterung" des Investitionsklimas und vor einer steigenden Zahl fauler Kredite. Die Experten sagten für Ende 2017 einen Anstieg der Quote auf vier Prozent voraus. Dies würde zusätzliche Rückstellungen erfordern und damit die Gewinne der Geldhäuser schmälern. Ein Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wies die Einschätzung von Moody's in einer Twitter-Nachricht als falsch zurück.

Die türkische Wirtschaft leidet unter eine steigenden Inflation. Da nach zahlreichen Anschlägen wie an Sylvester in Istanbul das wichtige Touristik-Geschäft eingebrochen ist, rechnen Experten nicht mit deutlichen Zinserhöhungen der türkischen Zentralbank.

Darüber hinaus sollen die Wähler in der ersten Aprilwoche über die geplante Verfassungsreform abstimmen, teilte Vize-Ministerpräsident Nurettin Canikli mit. Die Änderungen verleihen Staatspräsident Erdogan größere Machtbefugnisse. (Reuters, 9.1.2017)

  • Investoren ist die Lage in der Türkei zunehmend zu unsicher.
    foto: reuters/sezer

    Investoren ist die Lage in der Türkei zunehmend zu unsicher.

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