Deutsche Exporteure mit Bestmarke, Österreichs Motor stottert

9. Jänner 2017, 11:32
35 Postings

Das Handelsbilanzdefizit stieg in Österreich in den ersten zehn Monaten 2016 von 1,82 auf 2,57 Milliarden Euro

Wien – Österreichs Handelsbilanzdefizit ist in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres von 1,82 Milliarden auf 2,57 Milliarden Euro gestiegen. Während die Warenausfuhren mit einem Wert von 109,16 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert bleiben, legten die Einfuhren um 0,7 Prozent auf 111,74 Milliarden zu, teilte die Statistik Austria am Montag mit.

Aus den anderen EU-Mitgliedsstaaten bezog Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 79,82 Milliarden (+2,1 Prozent). Der Wert der in diese Länder exportierten Waren war mit 76,06 Milliarden um ein Prozent höher als im Vorjahr. Das Handelsbilanzdefizit mit der EU belief sich auf 3,77 Milliarden Euro.

Beim Außenhandel mit Drittstaaten gab es im beiden Richtungen einen Rückgang: Die Importe sanken um 2,6 Prozent auf 31,91 Milliarden Euro, die Exporte schrumpften um 2,2 Prozent auf 33,11 Milliarden. Daraus ergab sich für Österreich ein Exportüberhang von 1,19 Milliarden.

Rückläufig gegenüber dem Vorjahr war der Außenhandel auch im Monat Oktober: Die Einfuhren gingen um 1,4 Prozent auf 11,57 Milliarden zurück, der Wert der ausgeführten Waren war mit 11,10 Milliarden um 4,2 Prozent niedriger als im Oktober 2015.

Deutsche Exporteure mit Bestmarke

Nach längerer Schwächephase melden sich die deutschen Exporteure hingegen mit einem Paukenschlag zurück: Euro-Tief und China-Belebung bescherten ihnen im November eine Bestmarke. Sie verkauften Waren im Wert von 108,5 Milliarden ins Ausland und damit so viel wie noch nie in einem Monat. Der alte Rekord vom März 2015 wurde um knapp eine Milliarde Euro übertroffen, erklärte das Statistische Bundesamt am Montag. "Es macht sich Erleichterung breit", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammerverbandes (DIHK), Volker Treier. "Der schwache Euro kurbelt vor allem das US-Geschäft an, während sich China ebenso wie die Ölförderländer gefangen haben." Auch die Nachfrage aus der Euro-Zone legte zu. Verglichen mit dem Vormonat wuchsen die Exporte deshalb mit 3,9 Prozent so kräftig wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr und achtmal so stark wie erwartet. (APA, Reuters, 9.1.2017)

  • Österreich hat mehr eingeführt als exportiert.
    foto: apa/dpa/daniel reinhardt

    Österreich hat mehr eingeführt als exportiert.

Share if you care.