Neue Gespräche zur Wiedervereinigung Zyperns

9. Jänner 2017, 08:50
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Verhandlungsmarathon in Genf erwartet – Gespräche im November brachten keinen Fortschritt

Nikosia/Lefkosa/Genf – Am Montag beginnen unter der UN-Schirmherrschaft in Genf neue Gespräche zur Überwindung des Konflikts und über eine Wiedervereinigung der drittgrößten Mittelmeerinsel Zypern. Die Insel ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Seit 2004 ist Zypern EU-Mitglied, das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zypriotischen Süden. Der türkisch-zypriotische Norden wird nur von der Türkei anerkannt.

Gespräche der Volksgruppenführer

Es wird mit einem Verhandlungsmarathon gerechnet: Zunächst sollen die Volksgruppenführer der griechischen und der türkischen Zyprioten, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, drei Tage lang im Beisein des Sondergesandten der Vereinten Nationen, des Norwegers Espen Barth Eide, miteinander verhandeln. Espen Barth Eide sieht so gute Chancen auf eine Einigung wie nie zuvor. Beide Seiten, die griechischen und die türkischen Zyprioten, hätten moderate Spitzenpolitiker, die vom Nutzen einer Wiedervereinigung überzeugt seien, sagte der Norweger am Montag kurz vor Beginn der Gespräche dem BBC.

Sollte es diesmal Fortschritte geben, ist für Donnerstag eine Fünf-Parteien-Konferenz unter Beteiligung der Garantiemächte Zyperns vorgesehen: Griechenland, Türkei und die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien.

"Mit Hoffnung, Selbstvertrauen und vereinigt (fliegen wir) nach Genf. Für unser Zypern", twitterte Anastasiades am Sonntagabend. Der Tageszeitung "Die Welt" vom Montag sagte er: "Es ist das erste Mal, dass die Türkei sich ihrer eigenen Verantwortung stellen muss, und sie wird zeigen müssen, ob ihren öffentlichen Versprechen für eine Lösung des Zypern-Konflikts auch konkretes Handeln folgt." Ziel der Verhandlungen sei "eine tragfähige, funktionierende und umfassende Entscheidung, die die regionale Rolle Zyperns noch weiter stärkt und die zu Stabilität und Wohlstand in der Region beiträgt."

Volksabstimmung bei Erfolg

Der türkisch-zypriotische Führer Akinci erklärte, er fahre mit dem Ziel nach Genf, dass die politische Gleichheit der beiden Teile Zyperns Gestalt annehme.

Ein Hauptthema ist die Rückgabe von Teilen der von türkischen Truppen besetzten Gebiete an die griechischen Zyprioten. Zudem soll es um Sicherheitsfragen und das angestrebte föderale System für Zypern gehen: Der Staat soll aus zwei politisch gleichberechtigten Bundesstaaten bestehen – einem türkisch-zypriotischen im Norden und einem griechisch-zypriotischen im Süden. Beide Volksgruppen müssen einer Verhandlungslösung in getrennten Volksabstimmungen später zustimmen. (APA, dpa, 9.1.2017)

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