FBI verhaftet VW-Manager wegen Dieselskandals

9. Jänner 2017, 11:20
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Verabredung zum Betrug lautet der Vorwurf, eine VW-Sprecherin betont, man arbeite weiter mit dem US-Justizministerium zusammen

Berlin/Detroit/Wolfsburg – Die US-Bundespolizei FBI hat einem Bericht zufolge im Zusammenhang mit dem Abgasskandal einen VW-Manager festgenommen. Ihm werde Verabredung zum Betrug vorgeworfen, schreibt die "New York Times" vom Montag. Er soll eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben.

"Mit Blick auf laufende Untersuchungen äußern wir uns nicht dazu", sagte ein VW-Sprecher am Montag. "Wir arbeiten weiter eng mit dem Justizministerium zusammen." VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sagte hingegen: "Wir sind davon völlig überrascht worden." Dem Management sei nicht einmal bekannt, ob es einen Zusammenhang zu den Manipulationsvorwürfen gebe.

Der Manager sei am Samstag in Florida verhaftet worden, schreibt die "New York Times". Bereits am Montag könnte demnach in Detroit Anklage gegen ihn erhoben werden. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Kurz vor Milliardenvergleich

Anderen Medienberichten zufolge steht Volkswagen kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz. Schon in wenigen Tagen könnte eine Einigung erzielt werden, die strafrechtlichen Ermittlungen beizulegen, schrieben US-Medien am Freitag. Die damit verbundene Strafzahlung dürfte dem "Wall Street Journal" zufolge bei mehreren Milliarden Dollar liegen. Auch das wollte eine VW-Sprecherin nicht kommentieren. Offen ist, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Vergleich und der Festnahme des Managers gibt.

Unklar sei auch, ob VW im Rahmen des Vergleichs mit dem Justizministerium ein Schuldgeständnis abgeben werde, schreibt das "Wall Street Journal". Den Quellen zufolge dürften dem Konzern Betrug und Irreführung von Regierungsbeamten zur Last gelegt werden. Der Kompromiss dürfte demnach neben strafrechtlichen weitere zivilrechtliche Bußgelder umfassen.

Rasche Verhandlungen

Volkswagen bemüht sich, die Auseinandersetzung mit dem US-Justizministerium noch vor dem Amtsantritt Donald Trumps am 20. Jänner beizulegen. Konzernchef Matthias Müller hatte im November nach der US-Wahl gesagt, er hoffe, dass sich das Ergebnis nicht negativ auf die Verhandlungen auswirken werde.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests manipuliert zu haben. Die US-Ermittler prüfen in diesem Zusammenhang seit über einem Jahr kriminelle Vergehen. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge von dem Skandal betroffen, davon mehr als 550.000 in den USA.

Im September hatte sich ein langjähriger VW-Mitarbeiter im Dieselskandal schuldig bekannt. Er hatte zugegeben, am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests gewesen, mit der in den USA Behörden und Kunden getäuscht worden seien. Damit hat der Skandal um manipulierte Abgaswerte erstmals persönliche strafrechtliche Konsequenzen für einen Verantwortlichen in den USA. (APA, dpa, 9.1.2016)

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    foto: reuters/rehle
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