Nachfrage nach E-Autos dürfte 2017 deutlich steigen

8. Jänner 2017, 14:40
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Umweltministerin will Quote für Elektrofahrzeuge. Anteil der reinen Stromautos nur bei 0,3 Prozent der Neuzulassungen

Frankfurt – Die Nachfrage nach Elektroautos wird nach Einschätzung des Importeurverbandes VDIK in diesem Jahr in Deutschland kräftig anziehen. "Wir gehen davon aus, dass der Elektromarkt im Jahr 2017 um 50 Prozent zulegen wird", sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel, der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche".

Grund seien neue Modelle und eine höhere Zahl von Ladestationen. Für die Plug-in-Hybride sieht Zirpel ein Plus von 40 Prozent, ebenso wie für Hybride.

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) teilt trotz einer kritischeren Bewertung der Rahmenbedingungen die optimistische Prognose für 2017. Bei den Zulassungen rechnet ZDK-Präsident Jürgen Karpinski mit rund 15.000 E-Autos und 55.000 Hybriden, davon 22.000 Plug-ins. Allerdings sieht Karpinski "das Angebot an Fahrzeugen, die durch ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis sowie praxisgerechte Reichweite beim Endverbraucher punkten" als "nach wie vor übersichtlich" an, wie er der "Automobilwoche" sagte.

Die Konsumenten in Deutschland greifen beim Kauf eines Neuwagens nur sehr zögerlich nach einem Fahrzeug mit Elektroantrieb. Während die Zahl der Neuzulassungen 2016 laut Kraftfahrt-Bundesamt um 4,5 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Fahrzeuge zulegte, lag der Anteil der reinen Elektroautos trotz Kaufprämie mit 11.410 bei nur 0,3 Prozent der Neuzulassungen.

Kaufprämie zieht nicht

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks will den bisher schleppenden Absatz mit einer Quote in Schwung bringen. "Die Quote wird die Hersteller auch dazu bewegen, endlich Modelle anzubieten, die für Normalverdiener erschwinglich sind", sagte Hendricks der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Montag. "Wenn die Autobranche liefert, dann immer nur unter Druck", fügte die SPD-Politikerin hinzu.

Von einem Verbot von Verbrennungsmotoren hält die Ministerin dagegen nichts. "Ein pauschales Verbot für Verbrennungsmotoren sehe ich nicht. Aber es ist gut möglich, dass wir eine Quote für Elektroautos brauchen werden, um den Übergang ohne Brüche zu organisieren", sagte sie.

Die deutsche Regierung hatte erst im vergangenen Sommer eine staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos eingeführt. Sie stößt aber nur auf verhaltenes Interesse. Ein halbes Jahr nach dem Start wurden nur rund 9.000 Anträge gezählt. Die Bundesregierung hat für Deutschland das Ziel ausgegeben, eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 auf die Straßen zu bringen. (APA/Reuters, 8.1.2017)

  • Branchenvertreter wollen einen Gang höher schalten.
    foto: apa/dpa-zentralbild/jan woitas

    Branchenvertreter wollen einen Gang höher schalten.

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