Mehr Videoüberwachung: Hersteller erwarten gute Geschäfte

8. Jänner 2017, 13:53
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"Die öffentliche Hand wird stärker nachfragen" – und auch Private schaffen sich vermehrt Alarmanlagen an

Die Forderungen nach mehr Video-Überwachung lassen die Anbieter mit noch kräftigeren Wachstumsraten rechnen. "Die Aufträge werden deutlich zunehmen, sicher zweistellig, um 10, 15 oder 20 Prozent", sagte Urban Brauer, der Geschäftsführer des Bundesverbands Sicherheitstechnik. "Die öffentliche Hand wird stärker nachfragen."

Im vergangenen Jahr machte die Branche nach einer Verbandsschätzung mit Video-Überwachungstechnik einen Umsatz von rund 504 Mio. Euro, knapp sieben Prozent mehr als 2015. Damit beschleunigte sich das Wachstum.

Deutschland: 3,9 Milliarden Euro für Sicherungstechnik

Video ist nach Brandmeldetechnik und Alarmanlagen das drittgrößte Geschäftsfeld der Branche. Insgesamt gaben deutsche Bürger und Unternehmen im vergangenen Jahr knapp 3,9 Mrd. Euro für elektronische Sicherungstechnik aus, wie der Verband annimmt. Diese Zahl werde im neuen Jahr etwa sieben Prozent höher ausfallen. "Die Ängste der Bürger nehmen zu", sagte Brauer in Brücken (Rheinland-Pfalz). Das Geschäft mit Alarmanlagen wuchs 2016 um gut fünf Prozent auf 800 Mio. Euro.

Der deutsche Städte- und Gemeindebund hatte zu Jahresbeginn gefordert, die Videoüberwachung öffentlicher Plätze und Bahnhöfe deutlich auszubauen, um Straftaten zu verhindern, besser aufzuklären und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu steigern. Als Gründe nennen die Städte die Terrorbedrohung und Alltagskriminalität wie Einbrüche.

Behörden und Private

Schon vor dem Terroranschlag in Berlin hatte die Deutsche Bahn angekündigt, stärker in Sicherheit zu investieren, darunter intelligente Videotechnik, die etwa herrenlose Koffer, Menschen auf Gleisen oder mögliche Taschendiebe erkennen kann.

Derzeit gibt es nach Angaben des Unternehmens deutschlandweit 5.000 Kameras in rund 700 Bahnhöfen. Zudem sind 26.000 Videokameras in Regionalzügen und S-Bahnen eingebaut. 80 Prozent der Fahrgäste in den Bahnhöfen sollen so überwacht werden.

Der wachsende deutsche Markt für Videoüberwachung lockt nach Verbandsangaben zunehmend Konkurrenz aus dem Ausland. Dies erhöhe den Druck auf die Preise, sagte Brauer. Zudem leide die Branche in Deutschland unter Personalmangel. "Ein gesundes Wachstum ist toll, aber es darf nicht sprunghaft werden", warnte Brauer. (APA, 8.1.2017)

  • Der Ausbau der Überwachungsinfrastruktur in Deutschland soll Herstellern Gewinne bescheren
    foto: apa(dpa/kneiffel

    Der Ausbau der Überwachungsinfrastruktur in Deutschland soll Herstellern Gewinne bescheren

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