Viele Tote und Verletzte bei zwei Anschlägen auf Märkte in Bagdad

8. Jänner 2017, 16:09
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IS-Miliz bekannte sich zu Selbstmordanschlag auf Großmarkt – Irakische Truppen machen Fortschritte bei Offensive auf Mossul

Bagdad – Die irakische Hauptstadt Bagdad ist am Sonntag erneut von zwei Anschlägen erschüttert worden. Bei einem Selbstmordattentat auf den Großmarkt, zu dem sich die jihadistische IS-Miliz bekannte, wurden nach Krankenhausangaben mindestens zwölf Menschen getötet und 39 weitere verletzt. Beim zweiten Selbstmordanschlag im Osten Bagdads starben Behördenangaben zufolge mindestens sechs Menschen.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, ein Soldat am Eingang des beliebten Jamila-Marktes habe das Feuer eröffnet, als er ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt habe. Der Selbstmordattentäter habe die Autobombe jedoch zünden können. Der Soldat sei verletzt worden. Der Jamila-Markt ist der wichtigste Gemüsegroßmarkt in Bagdad und liegt in dem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr City, der schon mehrfach Zielscheibe der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) war.

Nach Angaben eines Krankenhaussprechers befand sich unter den Toten vom Großmarkt offenbar ein zweiter mutmaßlicher Selbstmordattentäter. Auf der Suche nach Ausweispapieren habe ein Krankenhausmitarbeiter eine Leiche ohne Kopf durchsucht und dabei versehentlich einen kleinen Sprengsatz gezündet. Die Explosion habe eine Tür der Leichenhalle aus den Angeln gehoben, er selbst sei aber nicht verletzt worden. Der Tote habe einen Sprengstoffgürtel getragen.

Die IS-Miliz veröffentlichte im Internet eine Erklärung, wonach der Anschlag Angehörigen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit galt. Der darin genannte Kampfname des Attentäters lässt darauf schließen, dass es sich um einen Iraker handelte.

Der letzte schwere Anschlag in Bagdad war am 2. Jänner ebenfalls in Sadr City verübt worden. 35 Menschen starben, als sich der Täter an einer Kreuzung inmitten einer Gruppe von Tagelöhnern in die Luft sprengte.

Am Sonntag erschütterte ein zweiter Anschlag die irakische Hauptstadt. Im östlichen Stadtteil Baladiyat starben nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen, als ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz auf einem Markt tötete. Mindestens 16 Menschen wurden dabei verletzt.

Nach einer Phase relativer Ruhe wird Bagdad wieder häufiger von Anschlägen erschüttert. Die Gewalt nahm seit Mitte Oktober mit dem Beginn einer Offensive irakischer Regierungstruppen auf die Stadt Mossul zu, der letzten verbliebenen irakischen Hochburg des IS. Opfer der Anschläge sind häufig schiitische Muslime, die den sunnitischen IS-Kämpfern verhasst sind.

Die irakischen Truppen nahmen bereits mehrere östliche Stadtteile von Mossul ein und nähern sich nun dem Fluss Tigris, der die Stadt in einen östlichen und einen westlichen Teil trennt, wie ein Sprecher der Anti-Terror-Einheiten am Samstag mitteilte. Der westliche Teil von Mossul ist kleiner, aber dichter besiedelt. Er ist derzeit noch voll unter Kontrolle des IS.

(APA/Reuters, 8.1.2017)

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