Bericht: VW steht kurz vor Milliardenvergleich mit US-Justiz

7. Jänner 2017, 09:24
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"WSJ": Einigung vermutlich nächste Woche – Bereits auf Umrüstung laut US-Vorgaben geeinigt

Sacramento/Wolfsburg/New York – Volkswagen steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz davor, die strafrechtlichen Ermittlungen der US-Justiz im Dieselskandal mit einem Vergleich beizulegen. In der kommenden Woche könne eine Einigung erzielt werden, die den Konzern Strafzahlungen von mehreren Milliarden Dollar kosten werde, schrieb das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Ein VW-Sprecher wollte den Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren. Man befinde sich weiter in Gesprächen mit den US-Behörden.

Volkswagen bemüht sich, die Auseinandersetzung mit dem US-Justizministerium noch vor Amtsantritt des künftigen Präsidenten Donald Trump am 20. Jänner beizulegen. Die US-Ermittler prüfen seit über einem Jahr kriminelle Vergehen im Zusammenhang mit im September 2015 vom Konzern eingeräumten Manipulationen von Abgaswerten. In zivilrechtlichen Verfahren hat sich VW bereits mit US-Klägern auf außergerichtliche Vergleiche geeinigt, die den Konzern mehr als 17 Milliarden Dollar kosten könnten.

Umrüsten oder Tausch

Eine erste Einigung wurde bereits erzielt: Fahrzeuge aus dem Baujahr 2015 mit 2,0-Liter-Motoren könnten nun so umgerüstet werden, dass sie den US-Vorgaben entsprechen, teilte die kalifornische Umweltbehörde CARB gemeinsam mit der Bundesumweltbehörde EPA am Freitag (Ortszeit) mit.

Die Fahrzeuge könnten nun binnen zehn Tagen in die Werkstätten gerufen und entsprechend modifiziert werden. US-Autoeigner haben aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, ihr Fahrzeug umzutauschen.

"Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, das Chaos zu beseitigen, das Volkswagens Betrug verursacht hat", sagte die Chefin der kalifornischen Behörde, Mary D. Nichols. "Aber es ist bei weitem nicht der letzte." Sie fügte hinzu: "Es werden weitere Modifikationen für weitere Modelljahrgänge nötig werden, und es wird über weitere Strafen zu entscheiden sein."

Insgesamt sind von dem Skandal, bei dem VW mit einer Manipulationssoftware Abgaswerte niedriger erscheinen ließ, 550.000 Fahrzeuge in den USA und elf Millionen weltweit betroffen. (APA, red, 7.1.2017)

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