Deutschland will einen "Marshallplan mit Afrika"

6. Jänner 2017, 10:52
51 Postings

Deutscher Entwicklungsminister: "Unser Schicksal wird sich am Schicksal Afrikas entscheiden" – "Wirtschaftliche Zusammenarbeit in ganz neuer Dimension"

Seeon – Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller hat einen "Marshallplan mit Afrika" zur völligen Neuausrichtung der wirtschaftlichen Hilfe angekündigt. Am letzten Tag der Winterklausur der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayrischen Kloster Seeon sagte Müller am Freitag, er wolle einen fairen Handel mit den Staaten. Am 18. Jänner will Müller das Konzept in Berlin vorlegen.

"Unser Schicksal wird sich am Schicksal Afrikas entscheiden. Die Bevölkerung wird sich verdoppeln", sagte der deutsche Minister. Millionen junger Menschen suchten nach Zukunftsperspektiven. Es sei keine Lösung, die Menschen in Europa aufzunehmen. Es müssten Perspektiven an Ort und Stelle geschaffen und die afrikanischen Partner zu Eigeninitiative angeleitet werden. Reformbereite afrikanische Regierungen sollen mehr Geld bekommen, Reformverweigerer weniger.

Entwicklungshilfe dürfe nicht mehr im alten Stil mit der Gießkanne verteilt werden, wiederholte Müller eine bekannte Formel der Entwicklungspolitik. Die Politik müsse Rahmenbedingungen für private Investitionen statt mehr staatlicher Hilfe setzen. Müller sprach von einer "wirtschaftlichen Zusammenarbeit in ganz neuer Dimension". Begonnen werden müsse mit einer Mittelmeer-Partnerschaft mit Ägypten und den drei Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko.

Die CSU ist die bayrische Schwesterpartei der CDU von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. Müller ist einer von drei CSU-Ministern in der deutschen Regierung. (APA/dpa, 6.1.2017)

Share if you care.