Mikel von Chelsea nach Tianjin, Chinesen wollen Fußballmarkt zügeln

6. Jänner 2017, 20:12
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"Geld verbrannt": Staat droht den Vereinen mit Aufsicht

London/Peking – Mit dem Nigerianer John Obi Mikel von Chelsea, der für 160.000 Euro Wochengehalt bei Tianjin Teda angeheuert hat, wechselte möglicherweise einer der letzten Fußballstars aus Europa in die chinesische Super League. Die Unsummen, die in jüngster Zeit von chinesischen Klubs bezahlt wurden, riefen nun nämlich die Partei auf den Plan. Ein Vertreter der Regierungsstelle für Sport sprach von "angemessenen Beschränkungen" und einer "Regulierung". Die Klubs hätten "Geld verbrannt".

Die Sorge des Staates, dass Vereine wie Seifenblasen platzen könnten, ist nicht unbegründet, sind die Klubs doch drauf und dran, ohne Aussicht auf Refinanzierung durch TV-Gelder punkto Transfer- und Gehaltzahlungen der englischen Premier League den Rang abzulaufen. Für Aufsehen gesorgt hatte etwa der Transfer von Carlos Tevez von den Boca Juniors. Der Argentinier soll bei Schanghai Shenhua mit 38 Millionen Jahresgehalt zum bestbezahlten Profi weltweit aufgestiegen sein. Dies aber nur, weil Cristiano Ronaldo – der Star von Real Madrid wird am Montag wohl wieder zum Weltfußballer gekürt – ein utopisches Angebot (300 Millionen Ablöse, 100 Millionen Jahresgehalt) ausgeschlagen hat.

Insolventen Vereinen könnte der Ausschluss aus der Super League drohen. Eine strengere Finanzüberwachung soll helfen, die Ausgaben zu regulieren. Die Zahl der Spielerimporte pro Mannschaft soll außerdem von fünf auf vier reduziert werden. (sid, red, 6.1.2017)

  • Der Nächste. John Obi Mikel geht nach China.
    foto: apa / afp / tallis

    Der Nächste. John Obi Mikel geht nach China.

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