Chefs von Al-Kaida und IS liegen im Clinch

6. Jänner 2017, 09:54
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Zawahiri ruft in Audiobotschaft zu Kampf gegen die USA auf

Washington – Der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Ayman al-Zawahiri, hat sich in einer Audiobotschaft offenbar über Verleumdungen des Chefs der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, beschwert. "Er hat Lügen über uns verbreitet, behauptet, dass wir die Tyrannei nicht anprangern", zitierte das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen SITE.

Außerdem sei es falsch, dass er Anschläge auf Schiiten abgelehnt habe, sagte Zawahiri in einer Audiobotschaft laut Angaben von SITE vom Donnerstag. Vielmehr habe er seine Kämpfer im Irak angewiesen, statt mit Anschlägen auf Märkte oder Moscheen Zivilisten zu töten, gegen die vornehmlich schiitischen Sicherheitskräfte im Irak sowie gegen schiitische Milizen zu kämpfen. Außerdem habe Baghdadi fälschlicherweise behauptet, Al-Kaida habe Ägyptens früheren islamistischen Staatschef Mohammed Mursi unterstützt, der 2013 gestürzt wurde.

Zugleich zeigte sich Zawahiri laut SITE offen für eine Debatte über Strategien im Jihad. "Wir sind nicht unfehlbar, sondern Menschen", sagte er demnach. "Wir müssen auf Rat hören." Seine Anhänger rief der Al-Kaida-Chef auf, gegen die USA und deren Verbündete zu kämpfen. Dies sei "Priorität" im Kampf von Al-Kaida, sagte Zawahiri laut SITE.

Zawahiri hatte die Führung von Al-Kaida übernommen, nachdem sein Vorgänger Osama bin Laden 2011 von einem US-Kommando in Pakistan getötet worden war. Auch Zawahiri wird in einer Grenzregion in Pakistan vermutet.

Al-Kaida und der IS werden zwar beide als radikal-sunnitische, terroristische Jihadistengruppen eingestuft, ihre Strategien unterscheiden sich jedoch. Al-Kaida, die sich für die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich zeichnet, hat an Bedeutung verloren. Dem IS gelang es im Sommer 2014 hingegen, große Gebiete in Syrien und im Irak einzunehmen. Mittlerweile wurde der IS aus einigen Gebieten wieder vertrieben und steht angesichts einer internationalen Militäroffensive gegen ihn massiv unter Druck. (APA/AFP, 6.1.2017)

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