Mexiko kritisiert Trump nach Drohung mit Strafzöllen für Toyota

7. Jänner 2017, 09:28
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Sollte Toyota ein neues Werk in Mexiko bauen, drohen hohe Strafzölle, ließ der künftige US-Präsident via Twitter wissen

Washington – Mexiko hat Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump zu Investitionen von Autobauern in dem lateinamerikanischen Land indirekt kritisiert. "Das Wirtschaftsministerium weist jeglichen Versuch zurück, Investitionsentscheidungen von Unternehmen mit Drohungen zu beeinflussen", erklärte die Regierung in Mexiko-Stadt am Freitag. Dabei wurden allerdings weder Trump noch der japanischen Konzern Toyota genannt.

Trump hatte Toyota mit hohen Strafzöllen gedroht, wenn der japanische Hersteller in Mexiko produzieren lässt. Toyota wolle in Baja in Mexiko ein neues Werk zur Produktion von Corolla-Modellen bauen, die für die USA bestimmt seien, twitterte Trump am Donnerstag. "Auf keinen Fall. Baut Werk in den USA oder zahlt heftige Strafzölle."

Die japanische Regierung nimmt Toyota demonstrativ in Schutz. "Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge bezüglich Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten. Es ist wichtig, dass ihre Bemühungen und Ergebnisse breit akzeptiert werden", sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti), Hiroshige Seko, am Freitag der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. Toyota wolle ein gutes Unternehmen für die Bürger sein, erklärte auch der Sprecher der Regierung, Yoshihide Suga. Die Aktien von Toyota gaben am Donnerstag um zwei Prozent nach.

"Gutes Unternehmen für US-Bürger"

Toyota sei seit fast 60 Jahren ein Teil der Kultur der USA, hieß es vonseiten Toyotas in einer Aussendung. Mit Direktinvestitionen von mehr als 21,9 Milliarden Dollar (20,86 Mrd. Euro), zehn Produktionsstätten und 136.000 Beschäftigten wolle Toyota mit Trumps Regierung im Sinne der Kunden und der Autoindustrie kooperieren.

Toyota-Chef Akio Toyoda hatte Reportern in New York gesagt, sein Unternehmen werde Trumps Entscheidungen bei den geplanten Geschäften in Mexiko berücksichtigen. Er wolle sich um die Situation kümmern, wenn er sie besser verstanden habe. Toyota denke – unabhängig von der politischen Lage im Land – stets darüber nach, die US-Produktion zu steigern und wolle ein gutes Unternehmen für die US-Bürger sein.

Ford strich bereits Investition

Auch Fords Rivalen General Motors hat Trump Strafzölle angedroht, sollten weiter Autos aus dem benachbarten Niedriglohnland eingeführt werden. Nach heftiger Kritik von Trump strich Ford eine 1,6 Milliarden Dollar schwere Investition in ein geplantes neues Werk in San Luis Potosi. Statt dessen wird Geld in ein US-Werk gesteckt. (Reuters, red, 7.1.2017)

  • In zwei Wochen wird Donald Trump Präsident der USA. Firmen attackiert er jetzt schon. Diesmal: Toyota.
    foto: ap / vucci

    In zwei Wochen wird Donald Trump Präsident der USA. Firmen attackiert er jetzt schon. Diesmal: Toyota.

  • Toyota-Chef Akio Toyoda. Sein Unternehmen steht in den USA unter Beschuss.
    foto: ap / eugene hoshiko

    Toyota-Chef Akio Toyoda. Sein Unternehmen steht in den USA unter Beschuss.

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