Feller ebnet mit Einfädler in Zagreb Mölggs Weg zum Sieg

5. Jänner 2017, 19:23
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Italiener gewinnt nach fast acht Jahren wieder einen Slalom. Der zur Halbzeit führende ÖSV-Läufer scheitert im Finale, Hirscher klar am Podest vorbei und etwas ratlos

Zagreb – Henrik Kristoffersen hat erstmals in diesem WM-Winter bei einem Slalom-Antreten nicht gewonnen. Bezwungen wurde der Norweger am Donnerstagabend in Zagreb aber nicht von Marcel Hirscher, sondern von Manfred Mölgg und Felix Neureuther. Hirscher wurde in einem grenzwertigen Rennen mit Schneefall und Sturm, das zur Halbzeit Teamkollege Manuel Feller angeführt hatte, hinter Michael Matt nur Sechster.

Hirscher war zum ersten Rennen des Jahres mit der Chance auf einen historischen vierten Sieg in Serie angetreten. Am Ende verpasste er sogar seinen angepeilten 100. Podestplatz.

Schon in Durchgang eins fand der Salzburger bei dichtem Schneetreiben auf dem Sljeme trotz Flutlichts die schnellste Linie nicht. In der durch Windböen stark beeinträchtigten Entscheidung lief es dann für den Österreicher ausgerechnet auf dem Kurs seines Trainers Michael Pircher gar nicht mehr nach Wunsch.

Hirscher ratlos

Der Gewinner von 19 Weltcup-Slaloms war nach der nur neuntbesten Laufzeit etwas ratlos. "Ich weiß nicht wirklich, was los war. Ich war am Ende froh, dass ich es ins Ziel geschafft habe", sagte der Weltcup-Führende. Abgesehen von seinen Ausfällen in Wengen und Naeba stand er zuletzt im März 2015 in Kranjska Gora bei einer Zielankunft ebenfalls als Sechster nicht auf dem Slalom-Podest.

"Das war heute nichts. Ich hatte bei jedem Schwung das Gefühl, wegzurutschen", deutete er aber ein möglicherweise falsches Setup an. "Schade, dass so eine Serie zu Ende geht. Heute war nicht unbedingt mein Tag."

Das musste sich am Ende auch Feller sagen. Trotz Startnummer 21 hatte der Tiroler zunächst im dichten Schneetreiben einen wilden Ritt zur ersten Halbzeitführung seiner Karriere hingelegt. In der Entscheidung fädelte er dann schon beim zweiten Tor ein.

Feller hat es probiert

"Das ist schon den Besten passiert", sagte der ehemalige Junioren-Weltmeister aus Fieberbrunn nicht wirklich zerknirscht. "Ich habe mir geschworen, wenn ich jemals in der Situation bin, im zweiten Durchgang als Letzter oben zu stehen, ziehe ich nicht zurück, sondern fahre auf Sieg. Das habe ich probiert. Fehler passieren, wenn man am Limit fährt."

Das erste Herrenrennen des Jahres 2017 hatte es wahrlich in sich. Zum Teil dichter Schneefall sorgte dafür, dass mit Feller vor dem französischen Routinier Julien Lizeroux (37) und dem US-Sensationsmann Mark Engel (Startnummer 45) drei Außenseiter zur Halbzeit voran lagen. Das von Hirscher (4.) und Kristoffersen (6.) umrahmte Verfolgerquartett war durch nur drei Hundertstel getrennt.

Orkanartiger Sturm wirbelte dann aber die ersten drei vom Podest und aus dem Hundertstelkrimi wurde ein K.o.-Rennen, weil nach 21 Fahrern im ersten Lauf im 30er-Finale gleich weitere acht Läufer bei widrigsten Bedingungen in den Schnee mussten. Darunter auch Engel und neben Feller auch der Halbzeit-Zehnte Marco Schwarz. Marc Digruber fädelte schon in Lauf eins ein.

Vor den Augen von Tomba

So kam es, dass Mölgg vor den Augen von Alberto Tomba, der im entscheidenden Moment die Faust ballte, nach fast acht Jahren (1. Februar 2009 in Garmisch) seinen dritten Weltcupsieg feier durfte. "Es ist nicht leicht, mit den jungen Burschen mitzuhalten. Aber ich habe viel trainiert", sagte der 34-jährige Italiener.

Hirscher baute seine Führung im Gesamtweltcup auf den Norweger Kjetil Jansrud etwas aus. Auch im Slalom führt der fünffache Weltcup-Gesamtsieger weiter vor Kristoffersen.

Mit Matt konnte sich jener Österreicher am besten klassieren, der schon in Levi mit Platz zwei hinter Hirscher aufgezeigt hatte. "Wieder ein super Ergebnis. Und das, obwohl ich mein echtes Skifahren nicht zeigen habe können", sagte der 23-Jährige vom Arlberg. Der heftige Wind habe zwar gestört, "war aber für alle mehr oder weniger gleich". Matts Resümee: "Fünfter ist eigentlich ein Wahnsinn." (APA, red, 5.1.2017)

Ergebnis

Zagreb

  • Erstmals seit 2009 wieder ganz oben am Stockerl: Manfred Mölgg. Der Italiener hatte bei der Siegerehrung mehr Schwierigkeiten zu meistern als auf der Piste.
    foto: apa/afp

    Erstmals seit 2009 wieder ganz oben am Stockerl: Manfred Mölgg. Der Italiener hatte bei der Siegerehrung mehr Schwierigkeiten zu meistern als auf der Piste.

  • Der 5. Jänner 2017 war nicht der Tag des Marcel Hirscher.
    foto: reuters/antonio bronic

    Der 5. Jänner 2017 war nicht der Tag des Marcel Hirscher.

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