Walkner feiert Etappensieg

    5. Jänner 2017, 19:00
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    Für den Österreicher war es der zweite Etappensieg bei der Dakar, den ersten Triumph feierte er vor zwei Jahren

    Tupiza – Der Salzburger Matthias Walkner hat sich am Donnerstag den Sieg auf der vierten Etappe der Rallye Dakar gesichert. Der 30-jährige KTM-Pilot setzte sich nach 521 Kilometern von Salvador de Jujuy (Argentinien) nach Tupiza (Bolivien) mit 2:02 Minuten Vorsprung auf den Spanier Joan Barreda durch.

    Walkner schob sich jedoch durch seinen insgesamt zweiten Dakar-Etappensieg – den ersten seit seinem Triumph beim Debüt vor zwei Jahren – vom elften auf den zweiten Gesamtrang. Er profitierte davon, dass der bisherige Führende Joan Barreda wegen unerlaubten Tankens eine Strafzeit von 60 Minuten aufgebrummt bekam. Neuer Spitzenreiter ist der Chilene Pablo Quintanilla mit 2:07 Minuten Vorsprung auf Walkner.

    Oberschenkelbruch stoppt Vorjahressieger Price

    Einen Wermutstropfen aber gab es für Walkner – sein Teamkollege Toby Price, der die Dakar im Vorjahr überlegen gewonnen hatte, kam zu Sturz und musste wegen eines Oberschenkelbruchs aufgeben. "Sieg und Niederlage liegen wohl in keinem anderen Race so nah beisammen wie bei der Rally Dakar!!!", ließ der KTM-Pilot verlauten.

    Nach dem Sturz von Price war Walkner zunächst bei seinem Teamkollegen geblieben, bis der Australier von der Medical-Crew gecheckt wurde und klar war, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Der Vorjahressieger wurde danach zu jenem Chirurgen in La Paz gebracht, der auch Walkner im Vorjahr nach dessen schwerem Unfall versorgt hatte.

    Der Salzburger schloss erst auf den letzten Etappenkilometern zu dem in dieser Phase noch führenden Joan Barreda auf. Im Gegensatz zum Spanier konnte er sich an den Spuren der Vorderleute im Sand orientieren. "Es war heute einfacher, weil ich als Elfter gestartet bin", sagte Walkner laut "Motorsport total". Am Freitag geht er aufgrund des Etappensieges als Erster ins Rennen.

    Trotz des Vorteils, einen "markierten" Weg vor sich zu haben, war Fingerspitzengefühl gefragt: "Zu Beginn war die Navigation kompliziert, denn einige Fahrer hatten sich verfahren. Nach 100 Kilometern fühlte ich mich lockerer, aber ich dachte nicht daran, diese Etappe zu gewinnen. Ich freue mich über den Sieg", sagte Walkner, der am Dreikönigstag 662 Kilometer bis nach Oruro zu absolvieren hat, 447 davon auf Zeit.

    Walkner hatte bei der letztjährigen Dakar aufgrund eines Oberschenkelbruchs aufgeben müssen. Ein Jahr zuvor war das Event für ihn wegen einer Erkrankung vorzeitig zu Ende gewesen. Diesmal hat sich der von Red Bull unterstützte Pilot vorgenommen, bis zum Ende durchzuhalten und eventuell sogar in der Gesamtwertung unter den Top-3 zu landen – beiden Zielen kam er am Donnerstag näher.

    Zum Auftakt der diesjährigen Auflage erreichte er die Etappenränge 6, 13 und 11. Das Rennen durch Sand und Staub endet am 14. Jänner in Buenos Aires.

    Depres auch auf vier Rädern schnell

    Der ehemalige KTM-Motorrad-Star Cyril Despres hat indes die Führung in der Autowertung übernommen. Der französische Peugeot-Pilot gewann das vierte Teilstück überlegen mit 10:51 Minuten Vorsprung auf Mini-Fahrer Mikko Hirvonen. Es war der erste Dakar-Etappensieg auf vier Rädern für Despres, der fünf Motorrad-Gesamtsiege gefeiert hatte.

    Der bisherige Spitzenreiter, Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb, hatte Probleme mit dem Turbolader an seinem Peugeot und verlor deshalb als Fünfter der Tageswertung mehr als 22 Minuten auf seinen Landsmann und Teamkollegen. In der Gesamtwertung fiel Loeb mit knapp sieben Minuten Rückstand auf Platz vier zurück. (APA, 5.1.2017)

    Ergebnisse der Rallye Dakar vom Donnerstag:

    4. Etappe von San Salvador de Jujuy (Argentinien) nach Tupiza (Bolivien) – 521 km, davon 416 km Wertungsprüfung:

    Motorräder: 1. Matthias Walkner (AUT) KTM 4:57:22 Stunden – 2. Joan Barreda (ESP) Honda + 2:02 Minuten – 3. Michael Metge (FRA) Honda 3:18 – 4. Xavier de Soultrait (FRA) Yamaha 5:58 – 5. Stefan Svitko (SVK) 8:33

    Autos: 1. Cyril Despres/David Castera (FRA) Peugeot 4:22:55 Stunden – 2. Mikko Hirvonen/Michel Perin (FIN/FRA) Mini 10:51 Min. – 3. Nani Roma/Alex Haro Bravo (ESP) Toyota 12.51 – 4. Stephane Peterhansel/Jean Paul Cottret (FRA) Peugeot 15:15 – 5. Sebastien Loeb/Daniel Elena (FRA/MON) Peugeot 22:13. Weiter: 14. Martin Prokop/Ilka Minor (CZE/AUT) Ford 1:03:12

    • Matthias Walkner lässt es krachen.
      foto: apa/afp/fife

      Matthias Walkner lässt es krachen.

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