18 Festnahmen nach Anschlag in türkischer Stadt Izmir

6. Jänner 2017, 11:43
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Zwei Angreifer erschossen, dritter auf der Flucht – Regierung: Verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK steckt hinter dem Gewaltakt

Izmir – Nach dem Anschlag in der türkischen Stadt Izmir hat die Polizei 18 Personen festgenommen. Wie Justizminister Bekir Bozdag am Freitag weiter mitteilte, gibt es in der Regierung keine Zweifel, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Gewaltakt steckt.

Vier Tage nach dem verheerenden Terrorangriff in der Silvesternacht in Istanbul ist die bisher ruhige westtürkische Metropole Izmir von einem tödlichen Anschlag erschüttert worden. Bei einem Autobombenanschlag vor einem Gerichtsgebäude wurden mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Medienberichten zufolge wurden zwei Attentäter von der Polizei erschossen.

Nach einem dritten werde gefahndet. Ein Polizist und ein Gerichtsangestellter seien ums Leben gekommen, verlautete aus Polizeikreisen. In Krankenhauskreisen hieß es, zehn Personen seien verletzt gebracht worden. Der Gouverneur von Izmir Erol Ayyildiz erklärte am Tatort, die bisherigen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Anschlag stecke.

Zwei Terroristen getötet

Ayyildiz sagte, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen an einem Checkpoint vor dem Justizgebäude gestoppt. Die Terroristen seien daraufhin ausgestiegen und weggelaufen. Es sei zum Schusswechsel gekommen. Dabei hätten die Angreifer die Bombe gezündet.

Bisher keine schweren Anschläge in Izmir

Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei. Von der Eskalation der Gewalt im Land seit Sommer 2015 ist sie bisher weitgehend verschont geblieben. Schwere Anschläge waren dort seitdem nicht verzeichnet worden. Alleine in den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, die insgesamt mehr als 100 Menschen das Leben kosteten.

Am 10. Dezember sprengten sich Attentäter der PKK-Splittergruppe TAK in Istanbul nach einem Fußballspiel in die Luft (mindestens 45 Tote). Die TAK war auch verantwortlich für einen Anschlag im zentralanatolischen Kayseri eine Woche später (14 Tote). Am 19. Dezember wurde der russische Botschafter in Ankara erschossen. In der Silvesternacht kam es dann zu dem Terrorangriff in Istanbul.

In der Nacht zu Mittwoch hatte das Parlament in Ankara beschlossen, den seit Juli geltenden Ausnahmezustand bis zum 19. April zu verlängern. Als Begründung für ihren Antrag gab die Regierung unter anderem die anhaltenden terroristischen Angriffe im Land an. (APA, 5.1.2017)

  • Brennende Autos in Izmir.
    foto: apa/afp/dogan

    Brennende Autos in Izmir.

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