Bawag soll Übernahme der Oldenburgischen Landesbank prüfen

5. Jänner 2017, 13:35
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Laut Insidern – Commerzbank galt bisher als Favorit, auch US-Fonds Apollo will die Allianz-Tochter

Wien/Oldenburg – Die deutsche Commerzbank bekommt im Ringen um die Übernahme der Oldenburgischen Landesbank (OLB) noch mehr Konkurrenz – und zwar aus Österreich. Neben dem US-Finanzinvestor Apollo sei auch die Bawag im Rennen um die Regionalbank aus dem Nordwesten Deutschlands, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Von der Bawag in Wien war dazu keine inhaltliche Stellungnahme erhältlich.

Hinter der Bawag steht der US-Finanzinvestor Cerberus. Er hatte im vergangenen Jahr auch die Fühler nach der deutschen Postbank ausgestreckt, war dort aber rasch abgeblitzt. Auch für die Österreich-Filialsparte der Bank Austria hatten sich Bawag bzw. Cerberus interessiert.

Insider: Bawag prüft Bücher

Der Verkaufsprozess der Allianz-Tochter OLB ist weit fortgeschritten: Ein Insider sagte, die Bawag prüfe derzeit die Bücher in Oldenburg.

Die Bawag wollte ihr Interesse an der OLB nicht bestätigen. Bekräftigt wurde von einer Sprecherin nur die bisherige Position, das Institut habe genügend Kapital, um "organisch zu wachsen, andererseits aber auch grundsätzlich mögliche Akquisitionen am Markt zu sondieren, um ihr Kerngeschäft auszubauen". Die Bawag sei auch weiterhin an Zukäufen interessiert. "Zu konkreten Plänen können wir derzeit jedoch nichts kommunizieren." Die deutsche Allianz wollte sich zu dem Verkaufsprozess nicht äußern.

Die Allianz hatte die OLB, an der sie rund 90 Prozent hält, im Herbst zum Verkauf gestellt. An der Börse ist die Bank mit 2.200 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 13 Mrd. Euro rund 400 Mio. Euro wert.

Zu siegessicher

Für die deutsche Commerzbank wäre die OLB eine Chance, ihr Geschäft mit Privatkunden und dem Mittelstand in der Region um Bremen auszubauen. Ein Insider sagte, die Bank sei in dem Prozess lange zu siegessicher aufgetreten. Apollo hat in der Region bereits die Bremer Kreditbank und das Bankhaus Neelmeyer gekauft.

Unter dem Dach der OLB hatte die Allianz die Allianz Bank geführt, um Investmentfonds und Bankprodukte über die eigenen Versicherungsvertreter in Deutschland zu verkaufen. Vor drei Jahren war die Allianz Bank aber eingestellt worden, nachdem sich die Erwartungen nie erfüllt hatte. 2015 hatte die OLB 46 Mio. Euro vor Steuern erwirtschaftet, für 2016 rechnete sie mit einem leicht sinkenden Ergebnis. (APA/Reuters, 5.1.2017)

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