Anrainer stark befahrener Straßen erkranken häufiger an Demenz

5. Jänner 2017, 12:25
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Höheres Erkrankungsrisiko dürfte durch Lärm und Schadstoffe bedingt sein, berichten kanadische Forscher

London – Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, haben ein erhöhtes Demenzrisiko. Wie Wissenschafter im Fachblatt "The Lancet" berichten, sei das Erkrankungsrisiko für Personen, die weniger als 50 Meter von großen Straßen entfernt wohnen, um sieben Prozent höher. Im Umkreis von 50 bis hundert Metern seien es noch vier Prozent, erst bei über 200 Metern Abstand sei demnach kein höheres Risiko erkennbar.

Die Forscher um Hong Chen von der Gesundheitsbehörde von Ontario untersuchten zwischen 2001 und 2012 sechs Millionen Menschen, die in der kanadischen Provinz leben. Dabei stießen sie nicht nur auf mehr Demenzfälle bei Anrainern stark befahrener Straßen, sondern fanden nach eigenen Angaben auch einen Zusammenhang zwischen der Krankheit und den Schadstoffen Stickstoffdioxid und Feinstaub.

Jedoch legten die Forscher nahe, dass auch Lärm und andere Schadstoffe eine Rolle bei der Ausprägung der Krankheit spielen könnten. Gleichwohl fand die Studie keine eindeutige Verbindung zwischen der Nähe zu stark befahrenen Straßen und anderen neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose.

Straßennähe dürfte Demenz begünstigen, fasste Hong die Ergebnisse der Studie zusammen. Wegen des Bevölkerungswachstums und der zunehmenden Urbanisierung könnten künftig immer mehr Menschen betroffen sein, für eindeutige Aussagen darüber bedürfe es jedoch noch weiterer Studien. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 47,5 Millionen Menschen an Demenz, davon haben 60 bis 70 Prozent Alzheimer. (APA, red, 5. 1. 2017)

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