Lawinengefahr in Teilen Österreichs erheblich

5. Jänner 2017, 12:17
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In den Bergen herrschten "unwirtliche Verhältnisse", umriss der Lawinenwarndienst auf seiner Homepage die Situation

Wegen des Neuschnees und Sturms ist die Lawinengefahr im Land Salzburg abgesehen von den Lungauer Nockbergen erheblich. Laut dem Salzburger Lawinenwarndienst hat sich im Gelände umfangreicher Triebschnee angesammelt, der sich in steilen Bereichen bereits durch eine einzelne Person als Schneebrett auslösen kann. Nur im Lungau wurde die Lawinengefahr als gering eingestuft.

In den Bergen herrschten "unwirtliche Verhältnisse", umriss der Lawinenwarndienst auf seiner Homepage die Situation in Salzburg am Donnerstag. Es sei bitterkalt, stürmisch und die Sicht schlecht. Der Schneesturm habe in allen Richtungen Triebschneepakete abgelegt. "Der frische Triebschnee liegt vor allem am Waldrand, in Rinnen und in den kammfernen Leehängen." Schneebrettanrisse von 30 bis 100 Zentimetern seien möglich, ebenso ein Durchreißen auf bodennahe Schichten.

Die Schneebrettgefahr geht dem Lawinenlagebericht zufolge durch die anhaltende Kälte nur sehr langsam zurück. Verbreitet erhebliche (Stufe drei von fünf) Schneebrettgefahr werde es auch am Freitag geben, außer in den Nockbergen. Skitourengehern wurde geraten, mäßig steiles, windgeschützteres und vor allem gut bekanntes Gelände zu nutzen. "Zurückhaltung ist wichtig."

Lawinengefahr in NÖ bleibt zum Teil erheblich

Am Donnerstag herrschte auch in den Ybbstaler und in den Türnitzer Alpen sowie im Rax-Schneeberggebiet weiterhin erhebliche Lawinengefahr, berichtete der Warndienst NÖ. Auch am Freitag soll das Risiko laut Prognose auf Stufe "3" der fünfteiligen Skala bleiben. Es reiche eine geringe Zusatzbelastung aus, um ein Schneebrett auslösen zu können, wurde gewarnt.

Bei sehr kalten Temperaturen und stürmischem Wind wurde auch für Freitag noch etwas Neuschnee erwartet, die Sichtverhältnisse bleiben dem Lawinenwarndienst zufolge äußerst ungünstig. In den restlichen Berggebieten Niederösterreichs herrschte am Donnerstag mäßige Lawinengefahr.

Die größten Neuschneemengen wurden laut dem Landespressedienst in Waidhofen an der Ybbs mit 25 Zentimetern gemessen. Auf den Straßen mussten Lenker am Donnerstag im Wald- und Mostviertel abschnittsweise mit Schneeverwehungen rechnen. Großteils Schneefahrbahnen bzw. zum Teil matschige und salznasse Straßen gab es im Wald- und Mostviertel sowie in höheren Lagen des Industrieviertels. Auf 13 Straßenabschnitten bestand für Fahrzeuge ab einem Gewicht von 3,5 bzw. 7,5 Tonnen Kettenpflicht.

Lawinengefahrstufe 3 in Vorarlberg

Neuschneemengen von bis zu 50 Zentimeter haben die Lawinengefahr in Vorarlberg am Donnerstag erstmals in diesem Winter auf erheblich (Stufe drei der fünfstufigen Gefahrenskala) anwachsen lassen. Diese Bewertung galt speziell für schattseitiges Steilgelände oberhalb von 1.800 Meter sowie für Abschnitte, in denen bereits Schnee gelegen war. Der Lawinenwarndienst mahnte zu defensivem Verhalten.

Die Hauptgefahr gehe von Triebschnee aus, Schneebrettlawinen seien bereits durch einzelne Wintersportler auslösbar, erklärte Experte Andreas Pecl. Er unterstrich, dass "Aktivitäten abseits gesicherter Pisten Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erfordern".

Lawinengefahr in Tirol durch Neuschnee erheblich

Die in Nordtirol zum Teil recht ergiebigen Neuschneefälle haben am Donnerstag für einen deutlichen Anstieg der Lawinengefahr gesorgt. Oberhalb von 2.000 Metern wurde sie von den Experten des Landes als erheblich, also mit Stufe "3" der fünfteiligen Skala eingestuft. Darunter sei die Lawinengefahr mäßig.

Am gefährlichsten sei es derzeit in Schattenhängen oberhalb von etwa 2.000 Metern, wo der vom Wind verfrachtete Neuschnee auf einer zum Teil sehr störanfälligen Altschneedecke abgelagert wurde. Besonders betroffen seien jene Bereiche, die vor den Schneefällen eher wenig vom Wind beeinflusst wurden. Dort sei es sogar wahrscheinlich, dass einzelne Wintersportler Schneebrettlawinen auslösen können.

Zusätzlich müsse allgemein auf frische Triebschneepakete, vor allem vermehrt oberhalb von 2.000 Metern, geachtet werden. Diese können laut den Experten auch in Bereichen ausgelöst werden, in denen es bisher aper war. Diese Gefahrenbereiche seien überwiegend in Kammnähe, Rinnen und Mulden zu finden.

Mit nur wenig Neuschnee im südlichen Osttirol seien dort die Verhältnisse deutlich günstiger. Jedoch sollten Wintersportler auch dort vor allem in Schattenhängen auf Triebschneepakete achten. Die Experten des Lawinenwarndienstes rieten jedenfalls zu großer Zurückhaltung. (APA, 5.1.2017)

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