macOS Sierra: Fehlerhafter PDF-Support sorgt für Ärger

5. Jänner 2017, 12:05
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Zweifel an Softwarequalität von Apple – Bugs zum Teil seit Monaten bekannt, einzelne aktuell hinzugekommen

In den vergangenen Monaten sind zunehmend Zweifel daran aufgekommen, mit welcher Ernsthaftigkeit Apple eigentlich noch das Desktop-Geschäft betreibt. Neben vernachlässigten Hardware-Produkten sprach ein Bericht von Bloomberg auch davon, dass die Softwareentwicklung dermaßen auf iOS fixiert sei, dass das für Laptops und Desktops gedachte macOS zunehmend darunter leide. Und dies scheint sich nun auch zunehmend in der Softwarequalität bemerkbar zu machen.

Schwere Kritik

In einem aktuelle Bericht verweist die Apple-Nachrichtenseite Tidbits auf schwerwiegende Probleme mit der PDF-Unterstützung in macOS Sierra. In dem Artikel machen eine ganze Reihe von Entwicklern ihrem Unmut Luft, sind die Fehler doch nicht nur seit Monaten bekannt, mit aktuellen Updates habe das Unternehmen die Situation auch noch weiter verschlechtert.

So kann etwa die Bearbeitung von PDF-Dokumenten, die mit Scannern aus der Fujitsu Scan Snap erstellt wurden, dazu führen, dass die OCR-Inhalte verloren gehen. Dies passiert, wenn die bei macOS mitgelieferte App Preview genutzt wird. Andere Entwickler, die ebenfalls auf Apples PDFKit als Basis setzen, berichten von ähnlichen Fehlern. So würden schon mal ganze Seiten bei der Bearbeitung verloren gehen, oder aber es komme zu Abstürzen, wenn so einfache Dinge wie das Anzeigen von Anmerkungen initiiert werden.

Verfehlte Bereinigung

Besonders ärgerlich sei, dass diese Fehler nun zum Teil bereits seit Monaten vorhanden sind. Zudem seien mit dem aktuellen macOS 10.12.2 sogar zwei neue Bugs hinzugekommen, wie Michael Tsai, Entwickler von SpamSieve und EagleFiler beklagt.

Neustart

Mit macOS Sierra hat Apple PDFKit in weiten Teilen neu geschrieben, dies nicht zuletzt mit dem Ziel, eine gemeinsame Basis für iOS und macOS zu schaffen. Den Status dieses Rewrites beschreiben externe Entwickler aber bestenfalls als "Work in Progress", einige bisherige Funktionen seien derzeit defekt, andere schlicht noch nicht implementiert.

Apple selbst will sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich äußern. Insofern bleibt jenen, die auf solche Probleme treffen, nur der Griff zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen also etwa beim Bearbeiten laufend Kopien anzulegen. Oder aber man greift gleich zu Tools wie Adobe Acrobat oder PDFPen Pro, die nicht auf PDFKit basieren. (red, 5.1.2017)

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    macOS Sierra hat Probleme mit der PDF-Unterstützung.

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