Polizei: "Keine Beweise" für Massenbelästigung in Indien

5. Jänner 2017, 10:11
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Auswertung von fast 70 Überwachungskameras in Bengaluru brachte keine Hinweise

Laut dem Polizeichef der südindischen Stadt Bengaluru gibt es "keine Beweise" für die massenhaften Belästigungen am Silvesterabend, das sagte er der BBC am Donnerstag. Die Ermittler hätten sich die Aufnahmen von fast 70 Überwachungskameras angesehen und keine Hinweise auf sexuelle Attacken auf Frauen erkennen können, so Praveen Sood.

Am Mittwoch hatte die Polizei angegeben, sechs Verdächtige verhaftet zu haben. Die Verhaftungen seien aber mit einem Vorfall in einem anderen Teil der Stadt gestanden und hätten nichts mit den Gruppenbelästigungen zu tun, so der Polizeichef.

Gedränge nach Schlagstockeinsatz

Mehrere Frauen traten in den vergangenen Tagen an die Öffentlichkeit und berichteten von Männern, die sie in zwei Hauptstraßen Bengalurus begrapscht hätten. Dabei sei unter anderem versucht worden, den Frauen die Kleidung auszuziehen.

Aufnahmen, die in den Medien im Zusammenhang mit den angeblichen sexuellen Übergriffen erschienen, wären nach einem Gedränge aufgrund eines Schlagstockeinsatzes durch Beamte entstanden, so der Polizeichef: "Diese 30 Sekunden an Verwirrung wurden als Massenbelästigung hingestellt", sagte er. Er könne aber kategorisch ausschließen, dass so etwas passiert sei. Laut Sood hätte sich trotz eines öffentlichen Aufrufs niemand gemeldet, um Anzeige aufgrund von sexueller Belästigung zu erstatten. (red, 5.1.2016)

  • Auf diesem Bild soll das Gedränge nach einem Schlagstockeinsatz der Polizei zu sehen sein, so der Polizeichef vom Bengaluru.
    foto: afp photo / str

    Auf diesem Bild soll das Gedränge nach einem Schlagstockeinsatz der Polizei zu sehen sein, so der Polizeichef vom Bengaluru.

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