Kapitalerhöhung: Unicredit-Eigner ziehen mit

4. Jänner 2017, 17:17
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Etliche Großaktionäre der italienischen Unicredit wollen bei der Kapitalerhöhung mittun. Für die staatliche Hypo Italien fällt heuer der Schlussvorhang

Mailand/Rom/Wien – Bank-Austria-Mutter Unicredit wird bei ihrer Hauptversammlung am 9. Jänner ihre Kapitalerhöhung von 13 Mrd. Euro absegnen lassen. Die soll angeblich Mitte Februar starten.

Zwar sind die Bedingungen für die größte Kapitaloperation der Mailänder Börsengeschichte noch nicht bekannt, einige Großaktionäre der Unicredit haben inzwischen aber wissen lassen, dass sie ihre Beteiligung nicht verwässern lassen wollen. Etwa die italienischen Unternehmen Luxottica (drei Prozent) und das Bauunternehmen Caltagirone (ein Prozent). Auch bei der Bankenstiftung Cariverona heißt es, dass die Beteiligung von 2,7 Prozent erhalten bleiben soll. Der zweitgrößte Unicredit-Aktionär, der arabische Investor Aabar mit fünf Prozent, prüft derzeit und soll die 650 Millionen Euro für die Kapitalerhöhung bereits beiseite gelegt haben. Zudem heißt es in Mailand, dass der Staatsfonds aus Katar (QIA), der sich ursprünglich an der Krisenbank Monte dei Paschi engagieren sollte, eine Beteiligung bei Unicredit ins Auge fasst.

Für Hypo-Italien fällt der Vorhang

Die Unicredit-Papiere haben seit Bekanntgabe des neuen Geschäftsplans Mitte Dezember rund 40 Prozent zugelegt. Inzwischen hat Unicredit auch das Bankenkonsortium für die Kapitalerhöhung bekanntgegeben. Als Konsortialführer (Global Advisor) wurden Unicredit Corporate & Investment Banking, Morgan Stanley und UBS ernannt.

In die andere Richtung geht es für die ehemalige Tochter der Hypo Alpe Adria Group, Hypo Italien (HBI). Für sie fällt heuer der Vorhang. Die Filialen des Instituts wurden geschlossen, alle Mitarbeiter sollen im Laufe des Jahres abgebaut werden.

104 Mitarbeiter, die im Zuge der Schließung des Geldhauses ihre Stelle verlieren, haben das Gewerkschaftsabkommen unterzeichnet, das ihnen Zugang zu Unterstützungsmaßnahmen gibt. Diese wurden mit der Regierung in Rom im November vereinbart. Geprüft wird noch die Lage von weiteren 160 Mitarbeitern, die ab der zweiten Jahreshälfte 2017 gekündigt werden sollen.

Die Gesellschaft gehört seit Herbst 2014 der staatlichen österreichischen HBI Bundesholding. (tkb, APA, 4.1.2017)

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