Neuentdeckte exotische Bienen hinterlassen offene Fragen

8. Jänner 2017, 14:30
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Forscher identifizieren weitere Spezies aus der Gattung Perdita, über die sehr vieles noch unbekannt ist

Logan, Utah – Während die Honigbienen nicht zuletzt aufgrund des Bienensterbens der vergangenen Jahre eine eifrig beforschte Gattung sind, gibt es in ihrer Verwandtschaft noch jede Menge Neuland zu erkunden. Immerhin umfasst die Gruppe der Bienen etwa 20.000 bis 30.000 Spezies, die meisten davon laufen unter der Bezeichnung "Wildbienen".

Nach wie vor werden immer wieder Spezies, die bislang noch nicht bekannt waren, identifiziert. Gleich neun neuentdeckte Arten haben US-Forscher nun im Fachmagazin "ZooTaxa" vorgestellt. Diese haben mehrere Gemeinsamkeiten: Alle gehören zur Gattung Perdita, leben im trockenen Südwesten der USA – und versorgen die Wissenschaft mit Fragen, die noch der Antwort harren.

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Wüstenschmaus: Eine Perdita-Biene sammelt Pollen von einer Tiquilia-Blüte.

So sind manche dieser Bienen gestreift, wie man es mit der Honigbiene im Hinterkopf unwillkürlich erwartet – andere hingegen getüpfelt. Der Grund für die unterschiedlichen Muster: unbekannt. Tarnung oder Mimikry könnten eine Rolle spielen, meint der Entomologe Zach Portman von der Utah State University.

Dann wäre da die nach der Elfenkönigin aus Shakespeares "Sommernachtstraum" benannte Spezies Perdita titania: Die winzige Biene fliegt bevorzugt im gleißenden Sonnenlicht des Mittags umher – möglicherweise nutzt sie die Zeit, in der mögliche Räuber die sengende Hitze lieber meiden, bietet Portman als Erklärung an.

Titania und ihre Verwandten scheinen sich auf Raublattgewächse aus der Gattung Tiquilia spezialisiert zu haben und spielen vielleicht eine wichtige Rolle als Bestäuberinnen in den kargen Wüstenhabitaten. Die unerforschten Bienen könnten daher sogar eine ökologische Schlüsselrolle einnehmen.

foto: zach portman/utah state university
Keine Ameisen, sondern Bienen der Gattung Perdita.

Am ungewöhnlichsten sind aber zwei Perdita-Spezies, bei denen sich die Männchen optisch stark von den Weibchen unterscheiden – sie sehen laut den Forschern eher wie Ameisen aus. Der Grund dafür: einmal mehr unbekannt. (red, 8. 1. 2017)

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