Galionsfigur des Wilden Westens: 100. Todestag von Buffalo Bill

7. Jänner 2017, 07:30
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Armee-Scout, Büffeljäger, Showmaster: William Frederick Cody führte ein schillerndes Leben

Cheyenne – Am 10. Jänner jährt sich der Todestag eines Mannes zum 100. Mal, der als William Frederick Cody geboren wurde und als "Buffalo Bill" in die Geschichte einging: Eine schillernde und nicht unumstrittene Persönlichkeit, die die blutig erkämpfte Eroberung des amerikanischen Westens ebenso verkörperte wie nacherzählte und kommerziell verwertete.

Die Anfänge

Der 1846 in einer Blockhütte in Iowa geborene Sohn eines Händlers und Landvermessers und einer Lehrerin war schon früh ein guter Reiter. Von jungen Jahren an soll er einigen Historikern zufolge für den Reiter-Postdienst Pony Express unterwegs gewesen sein, 1864 meldete er sich bei einem Kavallerieregiment in Kansas, um gegen die Südstaaten im Bürgerkrieg zu kämpfen. Auch als Kutscher und Gastwirt versuchte er sich.

Seinen Spitznamen handelte Cody sich ein, als er im Auftrag der Eisenbahngesellschaft 4.280 Bisons erlegte, um Arbeiter mit dem Fleisch zu versorgen – in den folgenden Jahrzehnten wurde der Bison durch anhaltende Überjagung ganz in Buffalo Bills Stil bis an den Rand der Ausrottung gedrängt.

Let the show begin!

Zusammen mit seinen Jahren als Chef-Kundschafter der US-Armee dürften es die Erfahrungen rund um die Büffeljagd gewesen sein, aus denen Cody Ideen für seine bald auch in Europa berühmten Wildwest-Shows entwickelte. Western-Shows wurden um 1880 populär, und Cody, der die Presse für seine Zwecke zu nutzen wusste und auch die Technik der Plakatwerbung beherrschte, machte sie als Kenner und Star des Westens perfekt.

Nachdem Cody die Büffeljagd eines russischen Großfürsten geleitet und für diesen auch besondere "Wildwest-Unterhaltung" organisiert hatte, wuchs diese Show bald zu "Buffalo Bill's Wild West" heran. Millionen Menschen erzählte er damit zwischen 1883 und 1913 von Abenteuern und Alltag, Kämpfen und Kultur der Pionierjahre.

Promis im Wildwest-Camp

Der Erfolg des Spektakels, in dem Reiter um die Wette galoppierten und Kunstschützen wie die weltbekannte Annie Oakley sich in Zielgenauigkeit übertrafen, war gewaltig. Sogar der legendäre Sioux-Stammeshäuptling Sitting Bull wurde eine Saison lang in der Show gezeigt, verdiente damit gut und spendete einen Großteil seiner Gage an Bedürftige. Die Show tourte durch Europa und bis nach Asien. Besonders beliebt waren beim Publikum die ausführlich choreografierten Kämpfe mit Ureinwohnern und deren Angriffe auf Festungen oder Hütten der weißen Siedler.

Trotz dieses Erfolgs und Codys Investitionen in Viehwirtschaft, Berg- und Städtebau, die Filmindustrie und den Tourismus warfen die meisten seiner Geschäfte zu seinen Lebzeiten kaum Geld ab. Er ließ sich scheiden, nur zwei seiner vier Kinder überlebten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1917 erlebte Cody zudem mit, wie das einst fast unberührte Land von Zäunen und Eisenbahnlinien durchzogen, Bisonherden dezimiert und die amerikanischen Ureinwohner in Reservate gedrängt wurden.

Einer der berühmtesten Amerikaner blieb er auch aus europäischer Sicht aber bis heute: Filme, Romane und TV-Serien griffen Cody als Figur auf. Paul Fees, ehemaliger Kurator des Buffalo-Bill-Museums in der Stadt Cody in Wyoming, sagte es so: "Die Geburt des Wilden Westens als erfolgreiches Genre war zu großen Teilen ein Produkt von Persönlichkeit, dramatischem Scharfsinn und gutem Timing." (APA, red, 7. 1. 2017)

  • Buffalo Bill auf einem undatierten Archivbild.
    foto: apa/dpa

    Buffalo Bill auf einem undatierten Archivbild.

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