Alte Unsachlichkeit: H.-C. Strache bei Armin Wolf in der "ZiB 2"

4. Jänner 2017, 13:56
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Sachlichkeit war noch nie ein Steckenpferd der FPÖ. Die Wählerschaft schenkt dem bekanntlich wenig Beachtung

H.-C. Strache machte im "ZiB 2"-Studio Dienstagabend mit Kanzlerkrawatte und Stecktuch bereits auf elegant staatsmännisch. Für ein paar Antworten, die er bei dieser Gelegenheit Anchorman Armin Wolf gab, wird der FPÖ-Parteiobmann aber bei Herbert Kickl nachsitzen müssen. Es wäre zum Beispiel gut, sich alsbald darüber zu beraten, ob man Marine Le Pen nun als neue französische Staatspräsidentin gut fände, obwohl sie doch mit einem "Frexit" die EU-Zerschlagung in ihrer Agenda führt.

Auch sonst wich Strache unangenehmen Fragen bewährt aus. Die lästige Popularitätsdebatte (Hofer liegt weit vor Strache) tat er als ein von den "Mädien" geführtes Scheinthema ab. Außerdem: "Ich habe ja andere Umfragen als Sie!"

Strache gab weiters ein anschauliches Beispiel für sein Logikverständnis: Stabile Partei-Umfragewerte = Die Wähler wollen mich als Kanzler. "Das muss ja auch Ihnen logisch erscheinen!".

Mit der Frage, ob das mit Putins Einiges Russland unterzeichnete Papier nun ein "Arbeitsübereinkommen" oder ein "Partnerschaftsvertrag" sei, war das Ende der Fahnenstange erreicht. Eine Zuspielung (FPÖ-TV) bewies, dass Strache zweigleisig denkt: Er sagt "Partnerschaftsvertrag", beschwichtigt aber mit dem "Arbeitsübereinkommen". Darauf er: "Dann habe ich mich eben geirrt!"

Sachlichkeit war noch nie ein Steckenpferd der FPÖ. Die Wählerschaft schenkt dem bekanntlich wenig Beachtung. Das weiß die FPÖ. Offenbar stolz auf so viel Ausweichblabla, posaunte Strache das ORF-Interview hinaus in die sozialen Netzwerke. Und FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky legte noch nach: "Keine einzige Sachfrage" sei gestellt worden. (Margarete Affenzeller, 4.1.2017)

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