Standort Österreich bei Deutschen beliebt

4. Jänner 2017, 17:24
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319 neue Betriebsansiedlungen im Vorjahr – Auch Chinesen kommen

Wien – 319 ausländische Firmen wurden im Vorjahr neu nach Österreich geholt. Das sind 22 mehr als im Jahr davor. Mit dieser Bilanz hat die Austria Business Agency (ABA) einen Rekord in ihrer 35-jährigen Geschichte aufgestellt. Die Agentur gehört zum Wirtschaftsministerium und begleitet jedes Jahr etwa die Hälfte aller internationalen Unternehmen, die eine Niederlassung in Österreich gründen wollen.

Die meisten neuen Betriebe kommen aus Deutschland und Italien. Stark steigend ist das Engagement chinesischer Firmen. Die beliebtesten Bundesländer waren Wien, Salzburg und Kärnten. Vor allem große Informationstechnolgie-, Industrie- und Forschungsunternehmen zieht es nach Österreich. Neu Fuß gefasst haben im Vorjahr etwa der deutsche Maschinenbauer Bekum oder das chinesische Tech-Unternehmen CETC. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) freut sich über die neuen Ansiedlungen. Durch sie seien rund 2600 neue Jobs entstanden und 700 Millionen Euro investiert worden.

Für das kommende Jahr zeigt sich Mitterlehner zuversichtlich. "Wir haben echte Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftskrise zu Ende geht. Die Unternehmen sind so optimistisch wie seit Jahren nicht mehr."

Diese Euphorie sei übertrieben, sagt Martin Falk vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). In ganz Europa werde die Wirtschaft in nächster Zeit nicht besonders stark wachsen. Die zusätzlichen Arbeitsplätze durch neue Ansiedlungen seien da ein Tropfen auf den heißen Stein. Für eine Trendumkehr müsse Österreich mehr tun, etwa die Lohnnebenkosten senken und mehr in das Bildungssystem investieren. Von einer Senkung der Körperschaftssteuer, wie sie das Wirtschaftsministerium vorschlägt, hält Falk wenig.

Die Körperschaftssteuer in Österreich liegt bei 25 Prozent und damit über dem EU-Schnitt von 22,8 Prozent, erklärt hingegen Mitterlehner. Dass trotzdem so viele ausländische Unternehmen nach Österreich kommen, spreche für die Standortqualität des Landes, meint Wirtschaftsforscher Falk. "Die Firmen schätzen die Sicherheit, die Infrastruktur und die Lebensqualität hier. Viele kommen auch wegen der Forschungsprämie, die es zum Beispiel in Deutschland nicht gibt. Österreich ist als Wirtschaftsstandort in den letzten Jahren attraktiver geworden."

Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik der Oesterreichischen Nationalbank: Die ausländischen Investitionen sind zuletzt gestiegen. Investitionen, die jahrelang am Land vorbeigegangen seien, fließen jetzt wieder herein, sagt Falk. Er spricht von einem großen Erfolg für Österreich, denn von den Investitionen profitierten auch Zulieferer und Kunden in Österreich. (bpa, sat, 4.1.2017)

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