Teils erhebliche Lawinengefahr in Österreich

4. Jänner 2017, 16:23
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Durch Schneefall, stürmischen Wind und kalte Temperaturen

Graz/Linz/Salzburg/St. Pölten/Wien/Innsbruck – In Tirol lassen Schneefall, stürmischer Wind und kalte Temperaturen die Lawinengefahr spätestens ab Mittwochabend zum Teil markant ansteigen. Dies teilten die Experten des Lawinenwarndienstes mit. Man habe es dann neben einem Altschneeproblem auch mit einem Triebschneeproblem zu tun, hieß es.

Das Altschneeproblem betreffe ganz besonders schattiges Steilgelände oberhalb von etwa 2.000 Metern. Dort müsse aufgrund des derzeitigen Schneedeckenaufbaus davon ausgegangen werden, dass frische Triebschneepakete mitunter sehr leicht bereits durch einen einzelnen Wintersportler ausgelöst werden können, warnten die Experten. Durch die intensiveren Schneefälle während der Abendstunden rechnete der Lawinenwarndienst schattseitig teilweise auch mit meist noch kleineren, spontanen Lawinenabgängen.

Das Altschneeproblem trete vermehrt im Nordsektor auf, müsse jedoch oberhalb von etwa 2.400 Metern auch im West- und Ostsektor beachtet werden. Zusätzlich kann sich vermehrt oberhalb der Waldgrenze hinter Geländekanten ein frisches Triebschneeproblem ausbilden. Dies betreffe alle Hangrichtungen, vor allem jedoch den Sektor Ost über Süd bis West.

Lawinengefahr steigt auch in Niederösterreich

Die Lawinengefahr steigt auch in Niederösterreich – konkret in den Ybbstaler und in den Türnitzer Alpen sowie im Rax-/Schneeberggebiet – im Laufe des Mittwochs von mäßig auf erheblich an. Eine Schneebrettauslösung sei bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, teilte der Lawinenwarndienst Niederösterreich mit. Am Donnerstag soll sich die Gefahr demnach weiter verschärfen. Erwartet wurden Neuschnee und Sturm.

Auch aus Oberösterreich – sowohl im Osten als auch im Westen – meldeten die österreichischen Lawinenwarndienste bereits Mittwochfrüh Lawinenwarnstufe drei, was "erhebliche Lawinengefahr" bedeutet. Die gleiche Einstufung gilt für die Niederen und die Hohen Tauern in Salzburg.

In der Obersteiermark besteht ebenfalls in weiten Teilen durch tiefwinterliche Verhältnisse erhebliche Lawinengefahr. In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern steigt am Donnerstag die Lawinengefahr in Bereichen über der Waldgrenze, teilte der Lawinenwarndienst auf seiner Homepage mit. Durch den vorhergesagten starken Wind und den zu erwartenden Neuschnee kommt es zu Verfrachtungen, die aber aufgrund der schlechten Sicht schwer zu erkennen sind.

Nur mäßig verfestigt

Warnstufe drei auf der fünfteiligen Skala bedeutet, dass die Schneedecke an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt ist und eine Lawine bereits bei geringer Zusatzbelastung abgehen kann und fallweise auch spontane Lawinen möglich sind. (APA, red, 4.1.2017)

  • "Erhebliche Lawinengefahr" gilt, wenn Schneebretter in Steilhängen leicht ausgelöst und Lawinen auch spontan abgehen können.
    foto: apa/barbara gindl

    "Erhebliche Lawinengefahr" gilt, wenn Schneebretter in Steilhängen leicht ausgelöst und Lawinen auch spontan abgehen können.

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